„Vernichtungsort Malyj Trostenez” – Eine Ausstellung in Gießen

Am Mittwoch, den 5. Dezember fand im Vortragsraum der Kongresshalle Gießen eine Informationsveranstaltung zur gegenwärtig dort Station machenden Wanderausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez“ statt. Die Ausstellung nimmt das titelgebende Lager Malyj Trostenez bei Minsk in den Blick, welches in den Jahren 1942-1944 die größte Vernichtungsstätte auf dem Gebiet der besetzten Sowjetunion darstellte, in der deutschen Erinnerung jedoch kaum bekannt ist.

Mit dieser Informationsveranstaltung sollten auch Gießener Lehrerinnen und Lehrer angesprochen werden, da für Schulklassen die Möglichkeit zu einem geführten Besuch der Ausstellung besteht. Vertreter des Trägerkreises stellten ihre Verbindungen zu Maljy Trostenez und ihre Beiträge zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm vor. Neben beispielsweise dem Oberhessischen Geschichtsverein, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der Arbeitstelle Holocaustliteratur waren auch Geschichtsstudierende der JLU maßgeblich daran beteiligt, dass die Wanderausstellung, die erstmals im Jahr 2016 in Hamburg eröffnet wurde, ihren Weg nach Gießen gefunden hat.

Im Rahmen eines von Herrn Prof. Dr. Bohn geleiteten Seminars wurde im vergangenen Semester untersucht, ob und wie viele Gießener nach Minsk oder gar nach Malyj Trostenez deportiert wurden. Für die Ausstellung entstanden daraufhin zwei zusätzliche Stelen, die den Bezug Gießens zum Vernichtungsort bei Minsk anhand von sehr verschiedenen Einzelschicksalen deutlich machen. Herr Prof. Dr. Bohn übernahm an Stelle seines krankheitsbedingt verhinderten Kollegen Dr. Brake die Moderation der Informationsveranstaltung.

Nach der Einführung durch die Vertreter des Trägerkreises bestand die Möglichkeit, die Ausstellung schon vor der offiziellen Eröffnung zu begehen. Die Ausstellung besteht zum Einen aus Stellwänden mit Text und Bild, bietet jedoch auch interaktive und multimediale Elemente. So können beispielsweise an Audiostationen Interviews mit Augenzeugen angehört werden, oder online Zeitzeugenarchive durchsucht werden. Zudem entstand von studentischer Seite ein Radiobeitrag zum Thema, der ebenfalls in der Ausstellung angehört werden kann.

Die Ausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez“ wird am Dienstag, den 11. Dezember eröffnet und kann bis einschließlich 17, Januar 2019 in der Kongresshalle Gießen besucht werden. Der Eintritt ist frei. Darüber hinaus wird die Ausstellung von einem umfangreichen Begleitprogramm eingerahmt, das im Folgenden abgebildet ist.

 

Jonas Feike