Umbauten am Phil I – Die “wahren” Hintergründe der Renovierungsprojekte

 

 

Gegen alle Erwartung: Meilenstein bei Phil I-Renovierung

Die Baumaßnahmen an der JLU eilen ihrem Plan voraus. Bereits einige Jahre vor dem festgelegten Termin gelang die vollständige Erneuerung des Buchstabens „O“ im Schriftzug des Phil I am Eingang zu Haus A. Die restlichen Buchstaben sollen nun folgen. Daher wird in Kürze das „K“ für einige Zeit von der Außenwand verschwinden, bis die neue Version des Buchstabens eingetroffen ist. Dessen etwas schwärzere Farbe sowie die geplante klare Formgebung stehen für Modernität und sollen das Phil I stilistisch in das 21. Jahrhundert integrieren. Anschließend werden die Buchstaben „H“ und „U“ sowie das zweite „O“ folgen. Aufgrund der sehr langsam trocknenden Wandfarbe wird diese Aufgabe allerdings noch einige Jahre in Anspruch nehmen, wobei erschwerend hinzukommt, dass durch den maroden Korpus des Hauses immer nur ein Buchstabe abgehangen werden kann, um die Statik des Gebäudekomplexes nicht zu gefährden. Rechnet man die benötigte Zeit zum Austausch der restlichen Buchstaben zurück, müsste der erste Schriftzug des Phil I bereits 1607 von spanischen Eroberern befestigt worden sein. Dies entspricht interessanterweise exakt dem Gründungsjahr der JLU. Dass im Zuge dessen Renovierung nun das „O“ an der Reihe ist, kann darüber hinaus kein Zufall sein. Manch ein Philosophie-Student stellte bereits die Überlegung an, dass die Kreisform des Buchstabens O die Unendlichkeit symbolisiert. Getreu diesem Thema gestalten sich die Umbauarbeiten am Phil I.

 

Tradition trifft Technik: Der architektonische Sprung

Es klingt gewagt, doch die JLU ändert ihren Stil. „Weg von konservativer Architektur, hin zur Postmoderne“ lautet das Motto für die geplante Umgestaltung des Gebäude-Images. Dies zeigt das kürzlich gestartete Pilotprojekt am Phil I, in dem zwischen Haus A und B Elemente des strukturellen Expressionismus sichtbar werden. Gleich dem Centre Georges-Pompidou in Paris, welches als Vorbild dieser Unternehmung diente, sollen jegliche normalerweise innengelagerte Infrastruktur sowie die Versorgungsleitungen sichtbar gemacht werden. Die Reaktionen der Studierenden sind bislang gemischter Natur: Von begeisterten Puristen bis hin zu fassungslosen Passanten ist alles dabei. Des Weiteren existieren fortgeschrittene Pläne, in denen von gläsernen Hörsälen sowie von stählernen Tischen und Sitzbänken die Rede ist, da der Einsatz von Stahl und Glas in der High-Tech-Architektur eine besondere Rolle spielt. Ob sich dieser Trend allerdings durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

 

Neue Technologie: Eingangstür passt sich an Studenten an

Wie bereits den meisten Studierenden aufgefallen ist, wurde die Drehtüranlage am Eingang zur UB schon im vergangenen Semester entfernt und die Öffnung stilgerecht verschlossen. Alternativ stehen der Zugang über die cUBar sowie hauptsächlich der Eingang neben der ehemaligen Drehtür zur Verfügung. Letzterer wurde zudem mit einer neuen Technologie ausgestattet, welche im Türrahmen verbaut wurde und sich dem eintretenden Studenten anpasst. Ist dieser beispielsweise demotiviert, so lässt sich die Tür dementsprechend schwerer öffnen. Auch andere Faktoren wie die Laune oder die Sportlichkeit der Person werden durch das elektromagnetische Feld erfasst und in das Endergebnis mit einbezogen. So soll die Motivation der Studierenden gesteigert werden, da allein der Gedanke an einen geringeren Kraftaufwand beim Eintritt die Motivation der Person steigern kann, woraufhin sofort die Belohnung in Form des problemlosen Passierens folgt. Diese sogenannte positive Verstärkung ist auch bei einer Reihe ähnlicher Projekte maßgeblich an deren Erfolg beteiligt. Sei es der Rätsel-Snackautomat oder das selbstaufblasbare Nackenkissen, alle Erfindungen folgen dem gleichen Prinzip. Inwiefern sich diese zugegebenermaßen nicht ganz billige Neuerung auf die Leistung der Studenten auswirken wird, sollen nun begonnene Langzeit-Studien zeigen. Allerdings lässt sich bereits jetzt eine starke Differenz bei dem benötigten Kraftaufwand zum Öffnen der Tür bei verschiedenen Studierenden beobachten.

 

Adrian Mertes

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