SERIE: Was wir lesen – „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ von Sophie Seeberg

In „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ von Sophie Seeberg dreht sich alles um die Menschen, denen sie in ihrem Beruf als Psychologin für das Familiengericht begegnet. Da gibt es beispielsweise „Mischael“, der nach der Trennung von seiner Frau wieder bei seiner Mutter eingezogen ist und nun das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder haben will, da seine Mutter nicht müde wird zu betonen, dass „der Mischael“ das alles „ganz wunderbar alleine“ könne.

Oder die 18-jährige Nicole, die ihre Tochter nach der Geburt bei dessen Großmutter zurückließ um sich ihrem neuen Partner zuzuwenden, um nach Monaten zurückzukommen, um endlich mit dem Kind zusammenzuwohnen. Kümmern, wollte sie sich trotzdem nicht so wirklich um die Tochter, doch die ist – wie Nicole diagnostizierte – hochbegabt und verstünde es schon, dass ihre Mutter auch ein eigenes Leben habe.

                                                                        

Diese und weitere Fälle beschreibt Seeberg mal lustig, mal ernst, je nachdem, wie es gerade zur Geschichte passt. Obwohl die Thematik keinesfalls immer leicht ist – es ist schließlich für niemanden eine schöne Situation, wenn eine Familienpsychologin in die Familie kommen muss, um zu beurteilen ob Kinder möglicherweise von ihren Eltern getrennt werden müssen – gelingt es Seeberg mit einer ganz besonderen Mischung aus Humor und Einfühlungsvermögen immer wieder zu berühren. Auch wenn der Titel es vermuten lässt, entsteht zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, die Autorin würde sich über diese Menschen lustig machen. Der Leser erkennt stets, dass Seeberg trotz aller Skurrilität am Wohl der Familien interessiert ist und so bleibt selbst bei den traurigsten Geschichten am Ende immer das Gefühl, dass alles wieder ins Lot kommen kann.

 

„Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ ist Sophie Seebergs erstes Buch und hat mit „Die Schanin hat nur schwere Knochen!“ und „Der Maik-Tylor verträgt kein Bio!“ mittlerweile zwei Fortsetzungen erhalten.