“Never give up, motherfucker!”

Nico Laska

Nico Laska – Vom kleinen hessischen Städtchen auf die große Bühne

Der 20-Jährige Nico Laska kommt aus dem hessischen Städtchen Ortenberg (Wetteraukreis) und spielt seit der 6. Klasse Gitarre. Seitdem schlägt das Herz des Singer/Songwriters fast ausschließlich für seine Musik. Aktuell kann man ihn bei „The Voice of Germany“ bewundern, obwohl er zunächst Zweifel hatte. Mit uns hat er im Februar über seinen Werdegang als Künstler und seine Songs gesprochen. Vergangene Woche hat sich unsere Redakteurin Mona nochmal ein Update zu TVOG geholt.

Interview vom 12.02.2016

Wann hast du mit deiner Musik angefangen?

Mit 10 Jahren habe ich meine erste Gitarre bekommen und habe mir dabei die Finger wund gespielt, bis ich festgestellt habe, dass ich das ein bisschen falsch mache (lacht). Nach einem Jahr hab’ ich dann Unterricht in der Schule bekommen. Das hat mir aber nicht gefallen und  ich hab’ mir dann komplett alleine beigebracht zu spielen. Heute würde man sagen mit ‘nem Youtube-Tutorial. Damals habe ich mir Live-Videos von Künstlern angesehen und das nachgespielt. Ich habe dann ´ne Weile Banderfahrungen gesammelt und im Juni 2014 habe ich das erste Mal selbst gesungen.

Wann hast du dich komplett der Musik verschrieben?

Nach dem ersten Halbjahr der 12. Klasse hatte ich etwa 200 Fehlstunden, weil ich für die Musik so viel unterwegs war. Und ich bin kein Typ, der so halbe Sachen macht, also hab’ ich mich für die Musik entschieden, nach der 12. Klasse.

Wolltest du je was anderes werden?

Ich wollte mal Polizist werden, weil ich K11 so cool fand.

Was zeichnet dich und deine Musik aus?

1. Auf der Bühne reiße ich extrem schlechte Witze. 2. Bin ich, glaube ich, ein symphatischer Typ und 3. Glaube ich: Jeder, der nicht nur auf „Bumm-bumm-Musik“ steht, kann bei meiner Musik total gut abschalten und sich seinen Gefühlen hingeben.

Warum bist du im Oktober 2015 für deine Tour nach England gegangen und nicht nach Deutschland?

Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon ‘ne Deutschlandtour gespielt und ich glaube das war für mich so ne Art Selbsttest. Ich wollte wissen, ob meine englischspachigen Songs in England überleben können oder ob ich meine Texte anders schreiben muss. Deswegen war für mich super wichtig, dass ich dorthin gegangen bin und geguckt hab, wie es ankommt.

Warum singst du überhaupt auf Englisch?

Da gibt’s ne ganz einfache Erklärung: Deutsch klang mir selbst einfach zu schnulzig. Wenn ich meine Texte auf Deutsch singen würde, könnte ich mir selbst nicht zuhören.

Lässt du deine Songtexte Korrektur lesen?

Also ich lass’ sehr viele Leute drüber lesen, aber meistens werden nur Kleinigkeiten geändert. Zum Beispiel einzelne Wörter ausgetauscht, die besser klingen. Ich bin auch offen für Kritik, wenn man sie gut begründen kann, dann ist sie super. Ich glaube auch, dass man Kritik braucht und sie wertschätzen sollte. Aber natürlich gibt’s auch unterschiedliche Geschmäcker und dann ist das halt so.

Spielst du noch andere Instrumente?

Bass, aber das ist als Gitarrist ja in der Regel normal, bisschen Klavier, bisschen Schlagzeug. Aber ich hüpfe ja beim Musik machen immer sehr viel rum, da ist mir das Sitzen zu langweilig. Je intensiver ich drin bin, desto mehr wackeln meine Beine in irgendwelche Richtungen. Keine Ahnung warum.

Was kommt zuerst? Der Text oder die Melodie?

Der junge Singer/Songwriter hat schon eine ordentliche Fanbase

Der junge Singer/Songwriter hat schon eine ordentliche Fanbase

Beides ist gleichzeitig da.

Ich hab vorher meistens ein Thema und nehme dann einfach die Gitarre in die Hand. Und ich schreibe und singe im Stehen. Bis auf ein Lied sind alle meine Songs aus meiner Sichtweise geschrieben. Dieser eine Song könnte theoretisch auch ein Hit werden. Man könnte ‘nen Elektrobeat drunter legen und der könnte sogar im Radio laufen.

Warum ist das nicht dein Ziel? Würde dir nicht fürs erste ein eingängiger Hit helfen, bekannt zu werden?

Ich schätze das ist ‘ne Frage, die sich jeder Musiker stellt. Inwieweit schreibe ich meine Songs für mich und inwieweit schreibe ich sie fürs Radio. Aber ich bin der festen Meinung: Wenn du deine Songs für dich schreibst und wenn es so kommen soll, dann kommen sie auch irgendwann ins Radio.

Ich würde zum Beispiel nie auf die Bühne gehen und etwas spielen, das sich falsch anfühlt. Wenn ich es nicht fühle, dann fühlt auch das Publikum nichts. Natürlich möchte ich mit meiner Musik erfolgreich werden, aber ich will mich nicht dafür verstellen.

Wer hat dich als Künstler am meisten geprägt?

1.Ed Sheeran, weil seine Texte enorm gut sind. 2. Secondhand Serenade, war so der erste, der mir gezeigt hat, dass ein Typ mit ner Gitarre und ehrlicher Musik, erfolgreich werden kann. Wegen dem hab’ ich auch so angefangen zu spielen. 3. All Time Low.

Was hältst du generell von Castingshows?

„The Voice of Germany“ ja, der Rest nein. Bei „The Voice“ finde ich es gut, dass da zuerst nur auf die Stimme geachtet wird. Also zumindest in den „Blind Auditions“.

Warum gehst du zu keiner Castingshow, zumindest nicht zu „The Voice of Germany“?

Tatsächlich hatte ich mal überlegt hinzugehen und war ganz kurz davor, mich einzuschreiben, aber  ich hab’ mich vorest für ‘nen anderen Weg entschieden. Weil halt bei „The Voice“ auch so unheimlich viele gute Leute dabei sind. Die Stimmen sind ja der Hammer. Ich bin authentisch auf der Bühne und live ein guter Künstler, aber bestimmt nicht wegen meiner einzigartigen Stimme.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?

„Never give up, motherfucker!“

Wann wäre der Zeitpunkt, an dem du die Reißleine ziehst und sagst: ich habe alles versucht und kann trotzdem nicht von meiner Musik leben?

Wenn ich 40 bin und immer noch bei meiner Mama wohne, dann fange ich an mir ‘nen anderen Job zu suchen. Ich habe jetzt keinen Plan B, weil ich nichts anderes machen möchte.

 

Interview vom 03.12.2016

Wieso hast du deine Meinung geändert und dich bei „The Voice of Germany“ angemeldet?

Laska bei der Show “The Voice of Germany”

Ich hab’ mich bisher als Sänger nicht so gesehen, dass ich mit den anderen Talenten mithalten könnte. Und dann gab es mal wieder die Castingtouren in Deutschland und ich hab’ es eben einfach mal versucht. Und jetzt waren die „Battles“ im Fernsehen und meins hab ich gewonnen. Als nächstes kommen nun die „Sing-Offs“.

Seit wann wirst du gecoacht?

Im Juli wurde meine „Blind Audition“ aufgezeichnet und seitdem wurden wir eigentlich regelmäßig gecoacht. Da wird an allem gearbeitet: an der Stimme mit den Vocal Coaches, an der Choreo und wie man sich generell auf der Bühne bewegt. Und natürlich zusammen mit meinem Teamcoach, Yvonne Catterfeld.

Wo bleibt dann bei dem ganzen Üben der Spaß?

Den haben wir die meiste Zeit eigentlich, ich hab’ viel mit den anderen Talents zu tun und wir hängen zusammen ab, üben oder gehen einkaufen und abends auch mal feiern.

Hat dich die Show überrascht?

Also ich hatte vorher ja diesen Fernseh-Nightmare, aber es ist eben genau anders gekommen, als ich es mir vorgestellt hab. Man darf alles sagen, machen und tragen, was man möchte. Vor allem Yvonne ist wie ‘ne große Schwester, die uns alle total unterstützt und sich auch für jeden Zeit nimmt. Selbst wenn die Kameras aus sind.

Wirst du mittlerweile schon häufiger erkannt und angesprochen?

Mein Gesicht wird langsam bekannter, es kommt öfter vor, dass Leute mich ansprechen und nicht genau wissen, wohin sie mich stecken sollen. Neulich wurde ich von ner Tankwartin angesprochen, das war ganz witzig. Bezahlen musste ich allerdings trotzdem (lacht). Und in meiner alten Schule in Ortenberg hänge ich jetzt am schwarzen Brett mit meinen nächsten Auftritten.

Wenn die „Blind Audition“ nicht geklappt hätte oder wenn du nun nicht gewinnen solltest, was sind deine Pläne?

Vor „The Voice“ ist nach „The Voice“. Ich werde weiter Konzerte spielen, an meiner Platte arbeiten und das Beste aus mir rausholen.

Wie hoch schätzt du deine Chancen ein, in die nächste Runde zu kommen?

Letztendlich entscheiden die Coaches und wollen das Spiel gewinnen. Sie suchen das

Autogramme gibt der junge Künstler seit der Show häufiger

Autogramme gibt der junge Künstler seit der Show häufiger

Gesamtpaket aus, welches am besten abliefert. Ich denke, dass ich an nem Punkt bin, wo ich einfach von Show zu Show lebe.

Nur noch 10 krasse Sänger sind dabei aus meinem Team. Jetzt zählt es eben super abzuliefern und zu hoffen, dass es gereicht hat. Aber natürlich will ich gewinnen.

Was ist die Schwierigkeit bei Coversongs?

Du musst den Künstler halt komplett imitieren können oder dein eigenes Ding draus machen. Es darf nur eben nicht schlechter sein als das Original. Aber wenn ich die Show gewinnen sollte, werde ich weiter meine eigenen Songs schreiben.

Was gefällt dir gar nicht an der Show?

Ich  mag die Schminke nicht. Man wird einfach immer gepudert. Abends rubbel ich mein Gesicht ab und alles ist braun.

Würdest du die Show weiterempfehlen?

Ich würde es jedem empfehlen, wenn er mit nem gewissen Druck klar kommt. Aber nehmt das Ganze nicht zu ernst! Die Show ist letztendlich auch nur ein Spiel. Wenn man verliert, geht die Welt nicht unter.

 

Die nächsten Sing-Offs werden am Donnerstag, 8. Dezember 2016 ausgestrahlt. Wenn er hier weiterkommt, darf Nico in die Live-Shows. Wenn nicht, spielt er sein nächstes Konzert am 15.12.16 in Düsseldorf. Seine erste Platte soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden.

 

Das Interview sowie Bilder 1,2 und 4 von Mona Förder

Bild 3: Credit: „Richard Hübner/ProSieben, Sat.1“

image_pdfimage_print
Facebooktwittergoogle_plusmail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.