03 Jul

Flanieren auf dem Friedhof

 

Einige Studierende haben den Audiowalk direkt ausprobiert

Der Alte Friedhof in Gießen ist im Sommer für viele ein Ort der Erholung. Manche führen ihre Hunde aus, andere entspannen einfach auf einer Picknickdecke. Seit Kurzem können die Besucher des Friedhofs mithilfe des von Studierenden der JLU erstellten Audiowalks „Erzählungen vom Tod – Begräbniskultur und Mentalität im Wandel der Zeit“ auch etwas über diesen besonderen Ort lernen.

Geschichte zum Hören

Seit vergangenem Donnerstag kann der Audiowalk auch ganz offiziell abgelaufen werden – und das ganz umsonst.  In insgesamt elf Stationen leitet er den interessierten Besucher über den Alten Friedhof. Über die Webseite des Audiowalks können Besucher mit dem Smartphone die Audiobeiträge anhören, Bilder ansehen, sowie weitere Informationen nachlesen. Die Webseite verfügt zudem über eine Karte, auf der der Weg über den Friedhof eingezeichnet ist.

Die Beiträge beschäftigen sich neben Begräbniskultur, Friedhofssymbolik und verschiedenen Religionen auch mit berühmten Gießener Persönlichkeiten, wie Wilhelm Conrad Röntgen. Dem Zuhörer wird dabei jedoch nicht nur eine bloße Auflistung der Fakten geboten. Durch Klangkulissen, Musik und szenische Elemente können die Besucher in die jeweilige Zeit eintauchen und Ereignisse selbst erleben.

Unterstützung der Studierenden

Historikerin Dr. Eva Maria Gajek betreute das Projekt

Der Audiowalk entstand als Projekt eines Seminars der Fachjournalistik Geschichte an der JLU. Unter Anleitung von Dr. Eva Maria Gajek und Kevin Arnold vom Hessischen Rundfunk hatten die beinahe 30 Studierenden das Thema ausgewählt, die Texte für die einzelnen Beiträge erstellt und diese später auch eingesprochen. Dazu arbeiteten die Teilnehmer unter anderem mit Material aus dem Stadtarchiv, das ihnen von Dr. Ludwig Brake zur Verfügung gestellt wurde.

Unterstützt wurden die Studierenden außerdem von Stadtführerin Dagmar Klein und Roland Kauer vom Gartenamt der Stadt Gießen. Ihm dankte Gajek auf der Vernissage zur Eröffnung des Audiowalks für sein Vertrauen. „Er hat bis vor einer Woche nichts gehört. Er wusste überhaupt nicht, was er kauft“, berichtete Gajek. Der Audiowalk selbst war erst kurz vor der Vernissage vollständig fertig geworden.

AVEV macht Audioguide erst möglich

Großen Anteil daran, dass das Projekt überhaupt realisiert werden konnte, trägt die Produktionsfirma AVEV. Ihre Mitglieder stellten den Raum für die Aufnahmen der Hörbeiträge, leiteten die Studierenden bei den Aufnahmen an und stellten die Klangkulissen und Geräusche zur Verfügung. Dies wurde von Frau Gajek ebenfalls in ihrer Rede honoriert. „Ohne Sie gäbe es den Audiowalk in dieser Form nicht“, lobte Gajek die Produktionsfirma.

Lob der Bürgermeisterin

Die Gießener Bürgermeisterin zeigte sich begeistert

Auch Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, die die Besucher der Vernissage begrüßte, war voll des Lobes. Sie hält das Projekt für durchaus zeitgemäß. „Das Projekt ist wichtig für die Zukunft, wie es im Journalismus weitergeht“, befand Weigel-Greilich. Zudem war die Bürgermeisterin beindruckt von der großen Zahl der Besucher. Neben den beteiligten Studierenden waren Mitglieder des Freundeskreis Alter Friedhof, sowie interessierte Gießener anwesend.

Nach einführenden Worten von  Weigel-Greilich und Gajek, wurde in der Kapelle gemeinsam auf ein Ende des Regens gewartet. Als dieser endlich nachließ, gingen die Besucher der Vernissage nach draußen, um sich den ersten Beitrag des Audiowalks anzuhören. Viele taten dies in Einzelgruppen und verteilten sich dabei über den gesamten Friedhof.

Bericht Tatjana Döbert

Fotos Jennifer Meina

 

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