Serie: Was sind eure Pläne für den Sommer?

Noch ist der Sommer zwar weit entfernt, doch unsere Redakteure haben sich trotzdem schon Gedanken gemacht, was sie in der warmen Jahreszeit unternehmen möchten. Diese Pläne stellen sie euch in unserer neuen Serie vor.  

Ich bin von Mai bis Oktober mit Praktika beschäftigt. Nachdem ich erst drei Monate bei der GLAMOUR in München verbringen werde, geht es danach für zwei Monate zu SPIEGEL ONLINE nach Hamburg. Leider habe ich keine Zeit für große Urlaube wie auf dem Foto aus dem letzten Jahr, ich hoffe aber, dass sonnige Nachmittage an Isar und Elbe den gleichen Effekt haben werden. Ich freue mich sehr aufs Schreiben – schön, dass meine Leidenschaft endlich einen Weg in mein Berufsleben gefunden hat!

von Danielle Dörsing




Serie: Was sind eure Pläne für den Sommer?

Noch ist der Sommer zwar weit entfernt, doch unsere Redakteure haben sich trotzdem schon Gedanken gemacht, was sie in der warmen Jahreszeit unternehmen möchten. Diese Pläne stellen sie euch in unserer neuen Serie vor.

 

Meine Pläne für den Sommer setzen schon im Frühling an. Nachdem ich damals beim Auto-Führerschein blöderweise darauf verzichtet habe, möchte ich im Sommersemester endlich meinen Motorrad-Führerschein machen. Dass ich an der Grenze zum Vogelsberg wohne ist natürlich sehr praktisch, weil es dort sehr schöne Strecken zu befahren gibt. Im Sommer habe ich also vor, zweirädrig und motorisiert unterwegs zu sein, um ein bisschen den Kopf frei zu bekommen, wenn ich an meiner Masterarbeit sitze. Die wird die eigentliche Hauptaufgabe des Sommers werden.

 

Von Jonas Feike




Serie: Was sind eure Pläne für den Sommer?

Noch ist der Sommer zwar weit entfernt, doch unsere Redakteure haben sich trotzdem schon Gedanken gemacht, was sie in der warmen Jahreszeit unternehmen möchten. Diese Pläne stellen sie euch in unserer neuen Serie vor.

 

Im Sommer möchte ich gerne einen Freizeitpark besuchen. In meinem Freundeskreis ist es mittlerweile seit Jahren Tradition, einmal im Jahr in einen Freizeitpark zu fahren. Der Sommer bietet sich dafür meist wirklich super an. Vor allem, wenn es im Park dann Wasserbahnen gibt. Allerdings gehen uns langsam die Parks in Deutschland aus, sodass wir wahrscheinlich ein bisschen weiter fahren müssen als früher. Für die lange Fahrt wird man dann aber auch mit einem tollen Tag voller Achterbahnfahrten mit Freunden entschädigt.

 

Von Tatjana Döbert




„Mein erstes Mal mit zwanzig“ – Die ersten Konzerteindrücke einer Studentin

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Hochsommer. Ein heißer Donnerstag Ende August. Es ist der 2. Tag des großen, jährlichen Gießener Kultursommers und das Eröffnungskonzert des Sommerfests. Viel wichtiger jedoch: Es ist das allererste Konzert meines Lebens. Mit meinen zu der Zeit 20 Jahren gehöre ich wohl eindeutig zu den Spätzündern, aber besser später als nie. Das Wichtigste ist ja, dass es etwas Besonderes ist, denn wie sagt man? Das erste Mal vergisst man nie.

Die vielen Eindrücke für jemanden, der alles zum ersten Mal erlebt, sind nur schwer in kurze Worte zu fassen. Überall sind vor Emotionen übersprudelnde junge Menschen zu sehen, die trotz Hitze eng aneinandergedrängt tanzen, hüpfen, sich in Richtung Bühne drängen und lautstark mit dem gutaussehenden Mann am Mikro mitsingen. Dort auf der Bühne steht der aufsteigende Sänger Wincent Weiss und singt mit melodischer Stimme und völlig in seine Musik vertieft für rund 3.700 begeisterte Zuhörer seinen Hit „An Wunder“. Die Stimmung steigt von Song zu Song. Die vielen Menschen um einen herum puschen sich gegenseitig und jeder versucht, so laut es geht mitzusingen. Der charismatische Sänger tut mit seiner offenen und authentischen Art das Übrige.

Der Abend beginnt jedoch schon viel früher. Zusammen mit meiner besten Freundin und mir warten bereits Stunden vorher mehrere junge Frauen und Mädchen sowie ein paar wenige Jungs und Männer verschiedenen Alters auf den allerersten Shuttlebus des Abends, der uns alle hoch zum Schiffenberg fahren wird. Alle sind aufgeregt, immer mehr Leute kommen zur Haltestelle und das Hauptgesprächsthema ist natürlich, wie sollte es anders sein, der Sänger des Abends und sein Konzert. Der Shuttlebus ist dann auch rappelvoll und ein wenig Mitleid kommt auf, da einige es gar nicht mehr in den Bus geschafft haben, der einfach zu klein für alle Wartenden ist. Sie werden den Nächsten nehmen müssen. Die Freude darüber, dass man selbst es aber, so eingeengt man da drin auch steht, geschafft hat, ist noch etwas größer als das Mitleid.

Danach heißt es natürlich erst einmal: Warten in der Hitze. Bei rund 30 Grad im Schatten ist das Stehen in der Sonne doch eine ziemliche Herausforderung. Die eine oder andere Wartende sieht man sich erschöpft hinknien, da anscheinend der Kreislauf ein wenig schlapp macht bei den hohen Temperaturen. Doch wir halten tapfer durch, wobei das Ticket als eher mangelhafter Fächer herhalten muss. Aber besser als nichts. (Aus heutiger und bereits ‚erfahrener‘ Sicht sind 30 Grad im Schatten allerdings besser als sechs Stunden bei maximalen windigen vier Grad in der immer wieder verschwindenden Sonne, die irgendwann nach Sonnenuntergang auf ein bis zwei Grad abkühlen. Aber das ist wieder eine andere Erfahrung.)

Nach all dem Warten standen wir dann da, in der vierten oder fünften Reihe, die Bühne problemlos direkt vor uns im Blick. Schließlich die Vorband. Ganz gut, aber alle warten eigentlich nur auf einen. Und als er die Bühne betritt, ist es mit der Zurückhaltung endgültig vorbei. „Ihr habt es wirklich schön hier in Gießen“, begrüßt er das Publikum. Die Gießener lachen. Dann werden die ersten Akkorde gespielt, die Show beginnt.
Man merkt deutlich: Wincent liebt die Interaktion mit seinem Publikum und das Publikum liebt ihn. Immer wieder singt er mit uns zusammen, erzählt uns Geschichten zu seinen Songs oder springt spontan mal von der Bühne, um durchs Publikum zu spazieren. Eine seiner Erzählungen wird auch durch ein laut in die Stille gerufenes „Ich will ein Kind von dir!“ unterbrochen, welches das Publikum zum Ausrasten bringt, erst recht, als der charmante Sänger frech mit „der Backstagebereich ist groß genug“, antwortet und dabei breit grinst.
Das jedoch unglaublichste Erlebnis des Abends ist es, wenn man bei seinem ersten Konzert, den Künstler, den man so unbedingt einmal live erleben wollte, nicht nur ein paar Reihen vor sich singen hört und sieht, sondern er dann sogar direkt an einem vorbei läuft und singend neben einem Halt macht, sodass man ihn berühren und lauthals neben ihm mitsingen kann. Wenn einem ein kurzer Moment vorkommt wie eine Ewigkeit, dann ist das ein ganz besonderes erstes Mal, das man nie vergisst.




Ankündigung: Theaterpremiere – “Widerstand der Ästhetik”

“Es ist klar, wie viel gewonnen wäre, wenn zum Beispiel das Theater, wenn überhaupt die Kunst, imstande wäre, ein praktikables Weltbild zu geben. Eine Kunst, die das könnte, würde in die gesellschaftliche Entwicklung tief eingreifen können. Sie würde nicht nur mehr oder weniger dumpfe Impulse verleihen, sondern dem fühlenden und denkenden Menschen die Welt, die Menschenwelt, für seine Praxis ausliefern”
– B. Brecht –


 

In was für einer Welt leben wir eigentlich? Sie scheint immer unübersichtlicher und gefährlicher zu werden. Können wir sie überhaupt verstehen oder gar verändern? Und welche Rolle spielen Theater und Kunst dabei? Diese Fragen bearbeitet Regisseur Wanja Lange mit seinem Team im Rahmen seines Master-Abschlussprojektes im Studienfach Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Mal humorvoll, mal poetisch-abstrakt – in jedem Fall mutig und radikal real!


 

Shortfacts:

Premiere: 08. Februar 2019, 20 Uhr
weitere Vorstellungen: 09.02., 12.02. – 20 Uhr
Georg-Büchner-Saal, Bismarckstr. 37,
35390 Gießen

Konzept und Regie: Wanja Lange
Mit: Anton Humpe, Jonas Demuth, Ayda Kültür


 

Kommentar der Redaktion:
Wir hoffen, euer Interesse für ein von Gießener Studenten konzipiertes Theaterstück geweckt zu haben. Unsere Journalisten werden sich von der Vorstellung ihren ganz eigenen Eindruck verschaffen und im Nachhinein über diese berichten.




SERIE: Was wir lesen – „The Future is Female! Was Frauen über Feminismus denken“ herausgegeben von Scarlett Curtis

Feminismus ist seit #MeToo in der Gesellschaft angekommen. Die Film- und Fernseh- sowie die Musikindustrie (Danke Beyonce!) haben diesen nun auch fest in unsere Popkultur etabliert. Aber wie positiv ist das eigentlich? Verwässert das nicht den eigentlichen Sinn? Auch die Fragen „Wie hat ein*e Feminist*in zu sein“, bzw. „Für wen ist dieser Feminismus eigentlich?“ stehen im Raum. Auf diese Fragen versucht der Essay-Band „The Future is Female! Was Frauen über Feminismus denken“, herausgegeben von der US-amerikanischen Autorin und Aktivistin Scarlett Curtis, eine Antwort zu finden. Sie lässt Frauen* (und Männer*) allen Alters und aller Situationen zu Wort kommen, die nicht nur ihre eigenen Geschichten erzählen, sondern auch in den Kontext FEMINISMUS einbetten. Themenschwerpunkte sind hier beispielsweise (weibliche) Sexualität, Geburtserfahrungen, Arbeitserlebnisse sowie der eigene Weg zum Feminismus. Alle Beiträge sind persönliche, subjektive Gedankengänge, dementsprechend sind auch die Darstellungsformen divers und kreativ: Es finden sich Interviews, Poesie, Listen aber auch Briefe und Essays in allen Längen und Kürzen.

Das Buch gliedert sich in verschiedene Überthemen, darunter ZORN, FREUDE, ERLEUCHTUNG oder AKTION. Dort findet sich dann, thematisch passend zu dem jeweiligen Überthema, eine verschiedene Anzahl an Beiträgen. Zum Schluss folgt, neben der Vorstellung der feministischen Lektüre-Plattform „Our shared shelf“, auch noch ein Bereich für eigene Gedanken und Notizen. Da die einzelnen Beiträge thematisch nicht voneinander abhängen, kann einfach, je nach Interessenlage, „queergelesen“ werden. Und keine Angst: Auch wenn Begriffe wie „Gläserne Decke“, FGM oder Patriachat noch gänzlich unbekannt sind, muss niemand auf das Lesen und Verstehen verzichten. Das Buch erläutert ausführlich wichtiges Vokabular und gibt (Literatur-)Tipps, falls Mann/Frau an einem Themenbereich besonders großes Interesse hat.

Beiträge, die ich als besonders empfehlenswert empfunden habe, sind folgende:

BRIDGET JONES – FEMINISMUS ZUM FRÜHSTÜCK von Helen Fielding

Die Autorin schlüpft in die Rolle ihrer wohl bekanntesten Figur und erläutert im klassischen Tagebuchstil Bridgets Gedanken zu feministischen und weiblichen* Themen im Alltag. Sehr humorvoll geschrieben, besonders geeignet für Leser*innen, die mit „leichter Lektüre“ auf persönlicher Ebene beginnen möchten.

MEINE VERSION VON FEMINISMUS von Alison Sudol

Die Schauspielerin und Sängerin adressiert in ihrem Beitrag die Schwierigkeit, sich selbst als Feminist*in zu bezeichnen, woher die damit einhergehende Reserviertheit kommt und warum das Internet hierbei eine tragende Rolle spielt. Hier werden sich wahrscheinlich viele wiederfinden, denn die Aussage „Ich würde mich zwar nicht als Feminist*in bezeichnen, finde aber, dass die Gleichberechtigung aller Geschlechter selbstverständlich ist“, haben mit Sicherheit schon viele gehört oder gedacht.

 

FEMINISTISCHE ERWIEDERUNGEN von Scarlett Curtis

Dieser Beitrag ist sowohl für fortgeschrittene Feminst*innen als auch für fortgeschrittene Gegner der Bewegung bestens geeignet. Die Herausgeberin beantwortet und entkräftet in diesem Beitrag mit Witz die Fragen und Aussagen, die jede*r Feminist*in schon mal zuhören bekommen hat. Darunter Klassiker wie „zu viel Political Correctness zerstört unser Zusammenleben!“ oder „können denn auch Männer Feministen sein?“.

 

Natürlich drängt sich bei Büchern über kontroverse Thematiken immer das „Problem“ auf, für wen solche Bücher eigentlich geschrieben werden. „Problem“ in Anführungszeichen, weil es eigentlich und uneigentlich kein Problem gibt! Meiner Meinung nach gehört dieses Werk in jeden guten Bücherschrank, einfach weil es das Thema auf menschliche Art und Weise behandelt und für Problematiken sensibilisiert. Ich schreibe extra nicht, „jede*r, der/die sich für diesen Bereich interessiert“, denn wie Scarlett selbst sagt, geht diese Situation alle etwas an, weswegen das Interesse viel größer sein sollte. Nicht jede*r möchte seinen/ihren Horizont erweitern, trotzdem geht probieren über studieren! Beiträge wie Kira Knightleys Geburtsbericht erscheinen kontrovers, stoßen aber wichtige Diskurse an und eröffnen neue Perspektiven. Natürlich leitet das Buch keine wissenschaftliche Analyse oder zeichnet ein ganzheitliches Bild von Feminismus. Aber das soll es auch gar nicht. Es wird auch im Buch mehrmals betont, dass es eigentlich keinen allgemeinen Feminismus gibt, es sollte eher von verschiedenen Feminismen gesprochen werden, da Menschen divers sind und mit verschiedenen Formen von Diskriminierung zu kämpfen haben.

Deswegen finde ich auch den deutschen Titel „The Future is Female!“ unpassend gewählt. Das Buch versucht mit Vorurteilen aufzuräumen, indem es Intersektionalität in den Mittelpunkt stellt. Der englische Titel „Feminists don’t wear pink and other lies” fasst die Intention der Herausgerberin und ihrer Autor*innen besser zusammen, denn die Zukunft ist eben nicht nur weiblich, genauso wie sie ebenso wenig nur männlich ist.

Und um abschließend die anfangs aufgeworfenen Fragen aus meiner eigenen Perspektive zu beantworten: Feminist*in kann jede*r sein, Hauptsache euer gelebter Feminismus ist intersektional. Pink ist kein Geschlecht, Pink ist eine Lebenseinstellung!

 

Von Danielle Dörsing




SERIE: Was wir lesen – “Weihnachtsbote auf vier Pfoten” von Sheila Roberts

Weihnachtsbote„Weihnachtsbote auf vier Pfoten“ von Sheila Roberts handelt von dem Streuner Ambrose, dem gerade so vom Feuerwehrmann Zach das Leben gerettet wird, ehe ein riesiger Hund ihn zum Frühstück verspeisen kann. Der selbstbewusste Kater sieht sich seinem Helfer nun verpflichtet und möchte seine Schuld bei ihm begleichen, egal ob der junge Mann das will oder nicht. Denn Zach würde den herrenlosen Kater gerne wieder loswerden, da er weder Zeit für noch Lust auf ein Haustier hat.

Ambrose lässt sich jedoch nicht so leicht abschütteln, sobald er sich etwas vorgenommen hat. Schnell hat er auch herausgefunden, wie genau er Zach helfen möchte: Er will den Feuerwehrmann mit der freundlichen Verkäuferin aus der Zoohandlung zusammen bringen, die seiner Meinung nach nicht nur ein toller Mensch ist, sondern auch perfekt zu Zach passt.

Wer zur Winterzeit richtig in entspannte, lauschige und romantische Weihnachtsstimmung kommen möchte, der sollte vor und kurz nach Weihnachten auf jeden Fall zu diesem Roman greifen. Auf humorvolle, süße und spannende Art erzählt er eine Liebesgeschichte aus der Sicht eines intelligenten, stolzen, von sich selbst überzeugten, witzigen Katers. Leider gerät er dabei immer wieder in Situationen, die ganz anders geplant waren oder die zuerst gut laufen, dann aber ungeahnte Folgen entwickeln. Es ist schließlich auch nicht einfach, zwei Menschen zusammen zu bringen, wenn man sich weder besonders gut mit den menschlichen Eigenheiten auskennt, noch von diesen komplizierten Wesen verstanden wird. Aber Katzen sind nicht umsonst für ihre Sturheit bekannt und Ambrose ganz besonders.

Irina Gildt




SERIE: Was wir lesen – “Die Zwerge” von Markus Heitz

“Die Zwerge” ist das erste Buch der gleichnamigen Fantasy-Reihe und wurde 2003 von Markus Heitz geschrieben.
Die Geschichte spielt im geborgenen Land, das von den Geschöpfen der Finsternis befallen wird und nur durch die steinernen Tore, die durch die Zwerge bewacht werden, noch geschützt ist. Als die Tore nicht mehr gehalten werden können, bricht die Finsternis über das Land. In dieser unsicheren Zeit wird der Zwerg Tungdil, der bei einem mächtigen Magier aufgewachsen ist und noch nie Kontakt zu anderen Zwergen hatte, auf eine Botenreise geschickt und trifft zum ersten Mal in seinem Leben auf Seinesgleichen und auch auf die Auswirkungen, die die Finsternis schon auf das geborgene Land hat.

Der Roman besteht aus mehreren Erzählsträngen und verbindet so die vielen verschiedenen Charaktere,die sich auf unterschiedlichste Weise gegen die Finsternis wehren. Allerdings kann die Vielzahl an Charakteren am Anfang etwas erschlagend wirken, da man die vielen Namen erst einmal zuordnen muss. Ist der Einstieg in das Buch gelungen, findet man sich in einer schönen detailreichen Welt, meist aus der Sicht eines naiven Zwerges, wieder und erfährt, genau wie er, Einiges über die einzelnen Zwergenstämme, ihre Unterschiede und ihre Lebensweise.
Allerdings geht es nicht nur um Zwerge, sondern um alle Bewohner des geborgenen Landes, die mehr oder weniger in Frieden zusammenleben, jedoch alle durch den gemeinsamen Feind das gleiche Schicksal teilen.

Wer also kein Problem mit einer größeren Anzahl an teilweise ähnlich klingenden Namen hat und einem schönen Fantasy-Roman nicht abgeneigt ist, dem kann ich “Die Zwerge” nur empfehlen, auch wenn ich das Buch erst recht spät entdeckt habe, freue ich mich schon darauf die Fortsetzung “Der Krieg der Zwerge” zu lesen.

Kim Zimmerschied




SERIE: Was wir lesen – „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ von Sophie Seeberg

In „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ von Sophie Seeberg dreht sich alles um die Menschen, denen sie in ihrem Beruf als Psychologin für das Familiengericht begegnet. Da gibt es beispielsweise „Mischael“, der nach der Trennung von seiner Frau wieder bei seiner Mutter eingezogen ist und nun das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder haben will, da seine Mutter nicht müde wird zu betonen, dass „der Mischael“ das alles „ganz wunderbar alleine“ könne.

Oder die 18-jährige Nicole, die ihre Tochter nach der Geburt bei dessen Großmutter zurückließ um sich ihrem neuen Partner zuzuwenden, um nach Monaten zurückzukommen, um endlich mit dem Kind zusammenzuwohnen. Kümmern, wollte sie sich trotzdem nicht so wirklich um die Tochter, doch die ist – wie Nicole diagnostizierte – hochbegabt und verstünde es schon, dass ihre Mutter auch ein eigenes Leben habe.

                                                                        

Diese und weitere Fälle beschreibt Seeberg mal lustig, mal ernst, je nachdem, wie es gerade zur Geschichte passt. Obwohl die Thematik keinesfalls immer leicht ist – es ist schließlich für niemanden eine schöne Situation, wenn eine Familienpsychologin in die Familie kommen muss, um zu beurteilen ob Kinder möglicherweise von ihren Eltern getrennt werden müssen – gelingt es Seeberg mit einer ganz besonderen Mischung aus Humor und Einfühlungsvermögen immer wieder zu berühren. Auch wenn der Titel es vermuten lässt, entsteht zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, die Autorin würde sich über diese Menschen lustig machen. Der Leser erkennt stets, dass Seeberg trotz aller Skurrilität am Wohl der Familien interessiert ist und so bleibt selbst bei den traurigsten Geschichten am Ende immer das Gefühl, dass alles wieder ins Lot kommen kann.

 

„Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ ist Sophie Seebergs erstes Buch und hat mit „Die Schanin hat nur schwere Knochen!“ und „Der Maik-Tylor verträgt kein Bio!“ mittlerweile zwei Fortsetzungen erhalten.




SERIE: Was wir lesen – “LOW” von Rick Remender

Der Comic LOW, geschrieben von Rick Remender (Secret Avengers, Venom, Deadly Class) und gezeichnet von Greg Tocchini (Last Days of American Crime, Uncanny X-Force) ist in ferner Zukunft angesiedelt. In der Welt von LOW hat die Sonne früher als von allen Wissenschaftlern vermutet, begonnen zu sterben und sich in Folge dessen auszudehnen. Diese Entwicklung hat das Leben auf der Erdoberfläche unmöglich gemacht und die Menschheit dazu gezwungen, sich unter die Wasseroberfläche zurück zu ziehen, während Sonden in den Weltraum ausgesandt werden, um einen bewohnbaren Planeten ausfindig zu machen. Jahrtausende vergehen und die Luft in den Unterwasserstädten neigt sich dem Ende zu. Dann kehrt eine der Weltraumsonden zur Erde zurück und Stel Caine begibt sich auf die gefährliche Reise zur Erdoberfläche, die seit Jahrtausenden niemand mehr betreten hat.

Im Vorwort beschreibt Remender seine besondere Beziehung zu dieser Geschichte. Sie sei in einer Zeit entstanden, in der sich in seinem eigenen Leben viel verändert habe. Vor allem habe er sich in Therapie befunden und sich darum bemüht, eine positivere Sicht auf das Leben zu entwickeln. Diese (erfolgreichen) Bemühungen hätten den Charakter der Protagonistin Stel massiv geprägt. Tatsächlich stellt ihr bedingungsloser Optimismus Stels zentrale Charaktereigenschaft dar. In einer hoffnungslosen Welt kämpft sie einen scheinbar verlorenen Kampf.

 

 

Der erste Band der Reihe LOW ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Der Leser lernt erst im Laufe der Geschichte, wie die Welt im Einzelnen funktioniert und das Artwork Tocchinis kann guten Gewissens als atemberaubend bezeichnet werden. Durch diesen sehr bunte und teils skizzenhaften Zeichenstil benötigt der Leser unter Umständen lange, um die einzelnen Panels in ihrer Gänze wahrzunehmen. Auch kann der Eindruck entstehen, dass die Panels durch Tocchinis Kunst bisweilen chaotisch wirken. Dies deckt sich aber wunderbar mit dem Gefühl für die Welt, die Remender sehr interessant und überraschend konzipiert.

Wer also bereit ist, sich mit einem Comic eingehend zu beschäftigen und gegebenenfalls mehr Zeit in die einzelnen Seiten zu investieren, als in eine durchschnittliche Superheldengeschichte, Science-Fiction mit plakativer Philosophie, anspruchsvolles Artwork und sich für gelungenes Worldbuilding  interessiert ist bei LOW mit Sicherheit gut aufgehoben.

Text: Jonas Feike