Auf der Suche nach Stabilität, Perspektive und unserer Hochschulpolitik

Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017.

Fazit-zur-Bundestagswahl-2017-Vollständige-Antworten-der-HGs

Sechs Parteien sind in den Bundestag und zehn Wochen ins Land gezogen. Seit dem 24. September regiert die Bundestagswahl die Nachrichten: Volksparteien verlieren Stimmen des Volkes, eine blaue Welle strömt erstmals in den Bundestag und Sondierungsgespräche scheitern. Zahl und Intensität der Ereignisse gehen nicht spurlos an den hochschulpolitischen Gruppen vorbei, die zwar Unabhängigkeit betonen, aber Kontakt mit ihren Mutterparteien pflegen.

Hochschulpolitik? Wo bist du?

Der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) und die Jusos sind sich einig: Die Parteierwachsenen vernachlässigen bildungspolitische Themen. Das Thematisieren der „Digitalisierung der Hochschulen“, „Reformierung der Studienplatzvergabe im Studiengang Humanmedizin“, von „BAföG“ und „bezahlbarem Wohnraum“ hat der Nachwuchs vermisst. Ob lediglich der „öffentliche Diskurs“ fehlte (RCDS) oder dem „konservativen Lager“ Diskussionsverweigerung vorwerfen kann (Jusos) – darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander.
Für die Liberale Hochschulgruppe LHG ist es hingegen durch ein Mitglied möglich gewesen, sich mit einem Finanzierungskonzept zur Lehre einzubringen und blickt gespannt darauf, was die wichtigere Landtagswahl für die Justus-Liebig-Universität bringt. Ihre Kollegen waren auch nicht untätig: Der RCDS unterstützte den Tür-zu-Tür-Wahlkampf der Union, die Jusos engagierten sich ebenfalls durch Hausbesuche und Wahlkampfstände für die SPD. Und nebenbei konnte die eine oder andere Gruppe den entsprechenden Spitzenkandidaten (Martin Schulz, Christian Lindner) zu einem Besuch in Gießen überreden. Bei einem Mensa-Café sind da vielleicht manche Erinnerungen an die Hochschulzeit und Bildungspolitik zurückgekommen.

Stabilität für die Regierung

Während die LHG Zufriedenheit mit dem Abschneiden der FDP ausdrückt, wartet der RCDS mit seiner Einstellung zum Ergebnis auf die Koalition, vor allem nach dem Abbruch der Sondierungsgesprächen über eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grüne: „Wir betrachten den Abbruch der Sondierungsgespräche als sehr kritisch. Ziel der Wahl sollte eine schnelle und vor allem stabile Regierungsbildung für Deutschland sein und nicht, nach dem Ergebnis parteipolitische Machtspielchen öffentlich durchzuführen“ (RCDS). Dabei verlässt sich die junge Generation auf die Gespräche des Bundespräsidenten und spekuliere aufgrund der „Wankelmütigkeit der SPD“ nicht über ausstehende Optionen wie eine Minderheitsregierung.
Die Jusos plädieren jedoch genau auf diese Minderheitsregierung: „Diese hätte die Chance, die Bedeutung des Parlaments und die politische Debatte in Deutschland wieder zu stärken. Rufe nach Neuwahlen zeugen aus unserer Sicht genauso wenig von staatsbürgerlicher Verantwortung wie die Idee einer neuen großen Koalition“ (Jusos). Nach dem unbefriedigenden Wahlergebnis sei es „unausweichlich, sich im Inneren zu erneuern“, und hierbei möchte die jüngere Generation mitwirken. Daneben beschäftigt sie die Gefahr einer Einführung von Studiengebühren in anderen Bundesländern ohne Regierungsbeteiligung der SPD.
Die sozialdemokratische Familie steht vor Herausforderungen, einer Menge Arbeit und sucht sich selbst; die Christdemokraten suchen einen Partner zur Bildung einer stabilen Regierung.

Perspektive für Menschen mit Ängsten und Sorgen

Nicht zuletzt wirkt das Wahlergebnis der selbsternannten Alternative für Deutschland (AfD) für beide hochschulpolitischen Gruppen alarmierend. Die als rechtspopulistisch bezeichnete Partei ist zum ersten Mal mit nahezu 13% in den Bundestag eingezogen, nachdem sie in der letzten Bundestagswahl noch an der 5%-Hürde scheiterte. Wie gehen Politiker*innen und die Gesellschaft mit diesem neuen und unliebsamen, aber demokratisch anzuerkennenden WG-Bewohner um? Die Ängste und Sorgen der Bevölkerung müsse man ernstnehmen (RCDS), Politik müsse Perspektive bieten und das Engagement gegen Rechts erhöht werden (Jusos).

 Die vollständigen Antworten der hochschulpolitischen Gruppen zu den Fragen über die Bundestagswahl 2017 findet ihr hier. Von UniGrün und der Demokratischen Linken haben wir keine Rückmeldung erhalten.

Artikel von Lars Bepler
Bild: Der Bundeswahlleiter, Wiesbaden 2017




Grusel für jeden Preis

Du hast dich noch nicht für ein Kostüm für deine Halloween-Party entschieden – es darf aber gerne ausgefallener sein als die üblichen Vampirzähne oder Teufelshörner? Viel Geld willst du aber auch nicht ausgeben? Kein Problem!  UNIversum war für dich im  Kostümverleih “Wundertüte” in Lich. Zusammen mit Inhaberin Doris Blasini haben wir uns auf die Suche nach dem Schrecklichen begeben. 

Auf 120 Quadratmetern hat Blasini unzählige Kostüme zur Auswahl. Auf die Frage, wie viele es denn etwa sind, kann sie nur antworten “Bei 5000 habe ich aufgehört zu zählen – das war vor 10 Jahren”. Hier verkauft sie aber nicht nur Kostüme für Karneval, Halloween oder Mottoparties, sondern leiht auch alle aus. Ab 19.95 Euro kann man so für eine Nacht  alles sein, was man will.

 

Der Klassiker und wenig Aufwand: Die Maske eines Horror-Clowns. Seit dem Film “Es” hat sie einen absoluten Kultstatus. Ein schwarzes Hemd dazu oder ein buntes Zirkus-Outfit ist alles was man benötigt um die Verkleidung abzurunden.

Wer unter der Maske schlecht Luft bekommt, kann sich auch einfach einen Schleier aufsetzen. Ein Blickfang  und passt perfekt zur schwarzen Witwe oder der Hexe. Auffällige Schminke kann hier natürlich nicht schaden. An sonstigen Accessoires fehlt es natürlich nicht – und auch die Vampirzähne oder Kunstblut kann man in der “Wundertüte” bekommen.

Die absoluten Ausleih-Lieblinge bei Männern und Frauen, wie uns die Inhaberin versichert. Es könnte im Club zwar warm werden, aber wer eine gemütliche Houseparty für Halloween plant, der darf auch mal mehr Stoff tragen. Es muss ja nicht immer die sexy Hexe sein. Die Kostüme sind in allen Großen erhaltbar. Hüte, Schuhe, Schmuck – alles was dazu passt, kann auch mit ausgeliehen werden.

 

Wer es etwas bunter mag, kommt natürlich auch auf seine Kosten. Das Clownköstum mit Steampunk-Elementen mischen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Über die Reinigung muss man sich auch keine Gedanken machen. Die ist im Ausleihpreis bereits enthalten.

Wer jetzt Interesse hat: Die Wuntertüte hat täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet – nach Vereinbarung auch schon früher.

Happy Halloween! 

Ein Beitrag von Kim Hornickel, Jennifer Meina und Marek Szabowski




Gießen – deine Lieblingsplätze

Gießen ist hässlich? Das muss nicht sein! Wir haben Gießener Studierende gefragt, welche Orte sie ganz besonders mögen und welche Tipps sie für die Neuen  in der grauen Stadt ohne Meer haben. Seht selbst, wo es das beste Bier gibt, die tollste Grillstelle und den schönsten Weg zum Spazieren.

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Umfrage und Fotos von Luisa Kreiling und Franziska Brungs




Ciceros Erben im Duell

Der römische Staatsmann Cicero gilt bis heute als einer der begnadetsten Rhetoriker der Antike und seine Schriften erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit – ganz bestimmt auch bei dem einen oder anderen Debattierfreund, der sich zum rhetorischen Kräftemessen zwischen Studis und Profs in die Aula der Justus-Liebig-Universität begeben hatte.

Thema: Verpflichtender Hochschulsport?

Vor den Augen von 200 hauptsächlich jungen Zuschauern bat der Georg-Büchner-Debattierclub Gießen drei Studierende und drei Professoren zur Neuauflage des DebattierDuells. Als Vertreter der Studierenden trafen Roxana Stein, Sören Rösel und Philipp Heilmann auf das  Professorentrio Prof. Corinna Dietl (Germanistik), Prof. Ingrid Miethe (Erziehungswissenschaft) und Prof. Adriaan Dorresteijn (Zoologie). Thema dieses Jahr: Soll der Hochschulsport für alle Studierenden verpflichtend sein?

Rhetorik auf hohem Niveau

Philipp Heilmann, Roxana Stein, Sören Rösel (hinten), Ingrid Miethe, Cora Dietl, Adriaan Dorresteijn (vorne, v.l.n.r.)

Während die Studierenden „die gebeugten Studenten wiederaufrichten“ wollten, warnten die Professoren vor einer „Militarisierung der Unis“ – es entwickelte sich eine mitreißende Debatte.  Müsse man in Zeiten vollgepackter Stundenpläne Studierende nicht zum Abschalten beim Sport zwingen, damit diese sich vom anstrengenden Lernalltag erholen könnten? Bemängelt wurde dagegen angesichts schon jetzt überfüllter Kurse im Hochschulsport die fehlende Wahlfreiheit bei der Auswahl der Sportart und die zugespitzte Frage wurde in den Raum gestellt: „Wann war denn das letzte Mal, als Sport verpflichtend war?“ Die Studierenden hielten dagegen, man würde „durch Sport quasi ein neuer Mensch.“ Das Schlusswort gebührte dann Dorresteijn: „Frische Luft ist zwar schön, aber nur wenn das Wetter gut ist!“

Wie begeistert das Publikum vom pointierten Schlagabtausch war, zeigte sich bei der Schlussabstimmung: Mit einem Spitzenwert von über 100 Dezibel applaudierte der Saal, knapp unter der Lautstärke eines Presslufthammers. Der Applaus galt der Leistung der Professoren, die wie schon im vergangenen Jahr die meisten Zuhörer besser von ihrer Position überzeugen konnte.

Von den rhetorischen Fähigkeiten einer Dame war die Ehrenjury ganz besonders beeindruckt: Prof. Ingrid Miethe sicherte sich die Auszeichnung als beste individuelle Rednerin. Das Fazit des Organisators fiel dann auch rundum positiv aus: „Wir haben eine tolle Debatte und einen lustigen Abend erlebt“, so Drewes.

 

Wer Lust bekommen hat, selbst einmal beim Debattierclub vorbeizuschauen: Der nächste Termin ist am Dienstag um 18 Uhr im Juridicum, HS 021. Weiter Infos auf der Homepage des Debattierclubs

 

Artikel und Fotos von Christoph Görres




Kennst du schon Hessen? – Teil 2

Klar, es ist nervig und teuer – am Ende des Semesters heißt es wieder: Bitte überweisen sie den Semesterbeitrag. Der Großteil des Geldes, genau 129,56 Euro, gehen dabei für das Semesterticket drauf. Doch das lohnt sich: So günstig kommt man sonst nie wieder durch ganz Hessen. Wo ihr mal vorbeischauen und dabei was besichtigen und essen solltet, das zeigen wir euch in unserer Serie: Heute geht es nach Wetzlar.

Sightseeing

„Die Leiden des jungen Werthers“ von Goethe – ein Werk, durch das sich sicherlich viele in ihrer Schulzeit „quälen“ mussten. Was die wenigsten allerdings wissen: Ursprung nahm die Geschichte direkt vor unserer Haustür – in Wetzlar. Auf den Spuren von Goethe kann man auch heute noch in Wetzlar wandeln, ob auf eigne Faust oder mit einer Kostümführung.
Doch nicht nur mit Goethe kann sich Wetzlar rühmen, die Stadt gilt darüber hinaus als Optikstadt, was nicht zuletzt an den vielen bekannten Optikfirmen, wie Leica liegt, die dort angesiedelt sind. In dem Optikmuseum – Viseum – ist die komplexe Technik aufbereitet. In der Innenstadt sind zudem kleine Stationen aufgebaut, an denen man spielerisch verschieden optische Phänomene nachvollziehen kann.

 

Essen

Die ganze Innenstadt ist gespickt mit Restaurants und kleinen Bäckereien, die bestimmt alle Geschmäcker abdecken. Die kleinen Cafés laden zum gemütlichen Frühstücken ein.

 

Nachtleben

Im Sommer lässt sich das Abendlebend in Wetzlar ganz besonders genießen – an der Lahn werden dann Weindörfer aufgebaut, in denen man gut versacken kann. Ein echter Geheimtipp – egal bei welchem Wetter – ist das Café Vinyl am Schillerplatz. Die alten Schallplatten an der Wand sorgen für eine gemütliche Atmosphäre und verschiedene Konzerte und Veranstaltungen lassen keinen Abend langweilig werden.

 

Bericht und Fotos von Franziska Brungs und Luisa Kreiling




Kennst du schon Hessen? – Teil 1

  • Marburg
    Marburg
  • Marburg
    Marburg
  • Marburg
    Marburg
  • Marburg
    Marburg
  • Marburg
    Marburg

Klar, es ist nervig und teuer – am Ende des Semesters heißt es wieder: Bitte überweisen sie den Semesterbeitrag. Der Großteil des Geldes, genau 129,56 Euro, gehen dabei für das Semesterticket drauf. Doch das lohnt sich: So günstig kommt man sonst nie wieder durch ganz Hessen. Wo ihr mal vorbeischauen und dabei was besichtigen und essen solltet, das zeigen wir euch in unserer Serie: Heute geht es nach Marburg

 

Sights:

Unweit vom Bahnhof befindet sich die Elisabethkirche. Obwohl bereits von Außen imposant, lohnt es sich einen Blick in das Innere des gotischen Baus zu werfen.

Von hier aus sind es nur noch wenige (steile) Schritte in die Oberstadt, deren schmale Straßen und Gassen eine Flut an Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants bieten. Der Aufstieg hoch zum Landgrafenschloss ist mühsam, doch entschädigt die Anstrengung mit wundervollen Ausblicken. Wenn das Wetter mitspielt ist ein Spaziergang im Schlosspark eine gute Idee. Dort befindet sich auch das Open-Air Kino.

Essen:

Egal ob Pizza, Pasta, Burger oder hessische Landesküche; es ist nicht

In Marburgs Altstadt befinden sich so manche Bars und Cafes

schwierig in Marburg etwas Essbares nach seinem Geschmack zu finden. Vor allem die Oberstadt wimmelt voll attraktiver Bistros und Restaurants. Als Dessert oder für Zwischendurch eignet sich im Sommer ein extra großer Becher in einer der vielen kleinen Eisdielen.

Nightlife:

Marburgs Oberstadt ist bekannt für ihre Kneipenkultur. Es wäre unsinnig eine Kneipenempfehlung abzugeben, einfach hingehen und ins Bier stürzen sollte die Empfehlung lauten.

 

Bericht und Fotos von Isabella Pianto

 




Film ab! – Werke von Studenten im Kinocenter

Das Licht wird gedimmt, der Vorhang geht auf. Leichtes knattern gibt einem das Gefühl zurück in den 1950er Jahren zu sein. Vergilbtes Papier fliegt an der Leinwand auf und ab: „Zum Gedenken an die Opfer des 17. Juni 1953, „Ulbricht riegelt Ostberlin ab“, „Symbol der Einheit“ sind die Überschriften dieser Zeitungsartikel. Hier im Gießener Kinocenter starren die Zuschauer gespannt auf die Leinwand. Es handelt sich um den ersten der beiden Filme, die von Studierenden des Fachjournalistik Masters, im vergangenen Semester produziert wurden. Ihre Arbeiten wurden nun in einer rauschenden Premiere der Öffentlichkeit präsentiert.

Gießener DDR-Erbe

Der erste Film, produziert von, Anna-Lena Seibel, Marek Szabowski und Mariusz Szynalski und Jennifer Meina trägt den Titel „‘Wir wollen nach Gießen!‘ Eine vergessene Stadtgeschichte zwischen Ost und West?“. Thema sind die Menschen, die aus der DDR nach Gießen kamen und dort im Notaufnahmelager aufgenommen wurden. Es war seit der Nachkriegszeit von großer Bedeutung für die deutsch-deutsche Geschichte.

Ein Stück Berliner Mauer am Gießener Bahnhof

Im Film kommt immer wieder der Zeitzeuge Karl-Heinz Brunk zu Wort, der als junger Mann aus der DDR floh und in Gießen in das Aufnahmelager kam. Er erzählt von seiner Jugend in der DDR, von Erfahrungen mit der Stasi und seiner Flucht in den „Westen“. In Gießen angekommen geht es für ihn zuerst ins Aufnahmelager und von dort aus in sein neues Leben. Anfänglich mit nur wenig Geld ausgestattet, kann der selbsternnante „Bannanen-Esser-Freund“ sich dennoch eine Existenz aufbauen. Neben seinen Aussagen und denen weiterer Zeitzeugen und Historiker sind immer wieder Bilder von Gießen im Wandel der Zeit zu sehen. Diese lassen erkennen, wie sehr sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

„Wir wollten das nicht vergleichen“

So nahe der Vergleich zur heutigen Flüchtlingsthematik lag, spart die Gruppe diese bewusst aus und entschied sich für eine historische Herangehensweise an die Flucht-Thematik. „Es gab schon immer diese Ambivalenz. Auf der einen Seite: ‚Ja, wir wollen diese Leute‘, auf der anderen Seite: ‚Es könnte da auch Probleme geben.“, erklärt Mariusz Szynalski. Zudem sei die Thematik „heute politisch anders aufgeladen“, ergänzt der Student.

Sinterklaas und Zwarter Piet

Im zweiten Film namens „Bittere Snoepjes-Bittere Süßigkeiten“ von Lea Berg, Karsten

Zwarte Piet

Köhler, Friederike Piotrowski und Christian Schmeink geht es um die niederländische Tradition Nikolaus zu feiern. Das geschieht dort wesentlich größer als hierzulande. „In Maassluis, das kann man sich vorstellen, wie den Kölner Karneval“, berichtete Christian Schmeink.

In den Niederlanden steht Sinterklaas, wie der Nikolaus dort heißt, nicht, wie in Deutschland, Knecht Ruprecht zur Seite, sondern der „Zwarte Piet“. Im Gegensatz zum deutschen Pendant ist der bei den Kindern überaus beliebt – nicht jedoch bei allen Erwachsenen. Viele Niederländer empfinden heute die Darstellung des Zwarten Piet mit schwarz bemalter Haut, roten Lippen und Lockenperücke als rassistisch. Andere dagegen halten es für eine harmlose Tradition.

Rassismus oder Kinderfest? 

Der Film fängt zahlreiche Stimmen zu dieser Kontroverse ein. Während viele Passanten es lediglich als ein harmloses Kinderfest sehen, kommt auch eine Dame zu Wort, die Mitglied der Gruppe „Kick out Zwarte Piet“ ist und fordert, dass der Knecht des Nikolaus in seiner jetzigen Form aus der Öffentlichkeit verschwinden soll. Historisch begleitet wird der Film von zwei Anthropologen, die versuchten die Entstehung der Figur des Zwarten Piet zu erklären. Auch Kinder dürfen im Film ihre Meinung kundtun. „Es war witzig. Die Kinder waren ganz wild darauf gefilmt zu werden“, erinnert Schmeink sich an die Dreharbeiten.

Der lange Weg zum fertigen Film

Nervös vor der Premiere waren einige der jungen Filmemacher – umso erleichterter waren sie, dass auf der Leinwand alles geklappt hat. “Technische Probleme waren unsere größte Sorge”, sagt Anna-Lena Seibel lachend nach der Vorführung. Begonnen mit den Arbeiten an ihren jeweiligen Projekten hatten die Gruppen bereits im Herbst vergan

Die jungen Filmemacher des Abends

genen Jahres. Unterstützt wurden sie von der Regisseurin Ursula Schmidt und der Historikerin Prof.  Ulrike Weckel. Doch nicht immer lief alles glatt. Das Team von „Bittere Snoepjes“ musste sich beispielsweise damit behelfen die Leinwände abzufilmen, die in Maasluis die Ankunft des Nikolaus zeigten. Die Menschenmassen waren schlicht zu gewaltig, um diese selbst zu filmen.

Die Macher von „‘Wir wollen nach Gießen!‘“ mussten dagegen auf Aufnahmen aus dem Notaufnahmelager verzichten, da ihnen keine Drehgenehmigung erteilt wurde. „Wir verstehen das. Das Lager ist ja in Benutzung“, erklärt Jennifer Meina. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist es beiden Gruppen gelungen beeindruckende Werke zu produzieren.

Die Zukunft der Filme

Die Premiere soll auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die beiden Filme gezeigt werden. Sie werden im „Offenen Kanal“ ausgestrahlt und vielleicht in Zukunft noch anderweitig präsent sein. werden im Offenen Kanal Gießen ausgestrahlt t und vielleicht in Zukunft noch anderweitig präsent sein.

Artikel von Tatjana Döbert

Fotos von Maurice Jelinski, Mariusz Szynalski und Christian Schmeink 




100 Tage Trumpeltier – “Es wird nichts so sein wie vorher”

Breitmeier, Olson, Schwarzkopf, Blechinger-Talcott, Abendschön, de Nève, Leggewie (v.l.n.r.)

100 Tage Trump – 100 Tage Twitter-Präsidentschaft – und immer noch ein Publikumsmagnet. Das zeigte sich am Freitagabend bei der Podiumsdiskussion in der prall gefüllten JLU-Aula. Die Fragen des Abends: Wie ist die bisherige Bilanz der Präsidentschaft von Donald Trump und was können wir in Zukunft erwarten?  

Kein Trump-Bashing

Schon mit den Eingangsstatements der Referentinnen und Referenten wurde klar, dass es nicht nur um „Trump-Bashing“ ging, obwohl niemand im Raum ein gutes Haar am „Ankündigungsweltmeister mit Katastrophenbilanz“ ließ – wie ihn der Leiter des Meinungsressorts der Frankfurter Rundschau, Andreas Schwarzkopf, titulierte.

Neben dem Journalisten waren mit Prof. Helmut Breitmeier, Prof. Claus Leggewie und Prof. Dorothée de Nève drei Politikwissenschaftler eingeladen, auch die Moderation lag in den Händen einer Politikwissenschaftlerin, Prof. Simone Abendschön. Daneben stellten sich noch die Japanologin Prof. Verena Blechinger-Talcott und die Anglistin Prof. Greta Olson der Debatte.

So unterschiedlich die Impulse von dieser Seite waren, in so unterschiedliche Richtungen zielten die Fragen aus dem Publikum. Im Zentrum stand aber die Erkenntnis von Breitmeier: „Es wird nicht so sein wie vorher“ – und was wird das für uns alle bedeuten.

Der Elfenbeinturm fällt

Trump bleibt auch 100 Tage nach seiner Amtseinführung ein Publikumsmagnet

Der vielzitierte universitäre Elfenbeinturm fiel zumindest an diesem Abend in sich zusammen und zeigte, wie unmittelbar sich die wissenschaftliche Forschungsgemeinde betroffen und bedroht fühlt, die sonst doch gerne aktuellen Entwicklungen entrückt scheint. Wie stark Wissenschaftler von Trump persönlich betroffen sind, formulierte Greta Olson am deutlichsten: „Ich antworte nicht als Kulturwissenschaftlerin, sondern als amerikanische Staatsbürgerin.“

Auch wenn sich die Diskussion zwischenzeitlich weit weg von einer Bilanz verlagerte, tat dies der Veranstaltung keinen Abbruch. Blechinger-Talcott sorgte mit ihrem Statement, dass die Japaner „jetzt alle den Ausdruck «brown-nosing» kennen“, für schmunzelnde Gesichter – auf Deutsch: Japans Premierminister Abe sei Trumps „Arschkriecher“. Danach rückten Deutschland und die Europäische Union immer mehr ins Blickfeld, besonders der Umgang mit erstarkenden rechten politischen Strömungen in Europa. „Wir müssen uns mit den Mechanismen, die solche Menschen nach oben spülen, beschäftigen“, betonte de Nève.

Mit der Gretchenfrage, was denn der „richtige“ Umgang mit Rechtspopulisten sei, waren die Referentinnen und Referenten dann aber auch überfragt: „Wenn ich darauf eine Antwort hätte, wäre ich Bundeskanzler“, so Leggewie.

Wem hilft Trump wirklich?

Die einen berauschen sich an Trumps Erfolg und sehen die politischen Ordnung in den westlichen Staaten als überholt an, die anderen sehen in Trump die Bestätigung ihrer schlimmsten Befürchtungen. Mit Blick auf die schon stattgefundenen Wahlen in Österreich und den Niederlanden genauso wie auf die anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland stand die Frage im Raum, wem Trumps Präsidentschaft wirklich hilft: Politikern mit ähnlichen Forderungen oder der Gegenbewegung, die nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch in Europa immer stärker wird?

Der abschließende Tenor war da fast einstimmig: Wenn 100 Tage Trump etwas Gutes hatten, dann dass immer mehr Menschen politisches Interesse zeigen und sich politisch engagieren.

Artikel und Fotos von Christoph Görres




Wenn Prinzessin Leia mit dem Teufel tanzt

Bunte, lustige und schräge Kostüme, an Fasching gibt es viel zu sehen

Rosenmontag, das ist mehr als Kostüme, Korn und Kamelle! Doch woher kommt das Faschingsfeiern? Und wo begehen Pirat, Teufel und Hexe den Rosenmontag in Gießen?

Die Trends

Die Faschingssaison nähert sich ihrem Höhepunkt mit Rosenmontag und Weiberfastnacht und die Gießener sind mit dabei. Das Jahr 2017 steht ganz im Zeichen der Star Wars Helden, wer als Prinzessin Leia, Han Solo oder Luke Skywalker verkleidet Fasching feiert, liegt dabei dieses Jahr voll im Trend. Inspirationen für angesagte Kostüme geben auch Suicide Squad, Deadpool oder The Avenger. Wer es lieber bunt mag, kann sich als Einhorn, oder zusammen mit Freunden, gleich als ganze Gruppe im Partnerlook verkleiden. Damit ist man beim Sturm aufs Rathaus und dem Karnevalsumzug gut angezogen.

Hier ein paar Tipps für alle, die die närrischen Tage in Gießen verbringen wollen:

Der Sturm auf das Rathaus

Wer schon immer mal sehen wollte, wie die Bürgermeisterin gefangen genommen wird, sollte am Dienstag, den 23. Februar um 14:10 Uhr am Berliner Platz sein. Dort wird ein fast echtes Prinzenpaar mit seiner Artillerie das Rathaus in Besitz nehmen und die Gießener Oberbürgermeisterin gefangen

Das Abschneiden der Krawatten entstand nach 1945 und diente der Entmannung

nehmen. Das Ganze kostet keinen Eintritt und auch nicht Verkleidete sind willkommen.

Männer haltet eure Schlipse fest

Und wer zu Weiberfastnacht in der Kongresshalle am Dienstag, den 23 Februar, um 20:10 Uhr kommt, wird wohl noch einige jecke Sprüche zu hören bekommen. Tickets bekommt ihr im Vorverkauf der MAZ, im Urnenfeld 12, in Gießen.

Bonbons, Konfetti und Schnaps

Einer der größten Umzüge Mittelhessens wird sich am Sonntag den 26. Februar, seinen Weg durch die Gießener Innenstadt bahnen. Die bunte Parade startet um 13.30 Uhr in der Ringallee. Hier die genaue Route für euch.

 Ursprung

Fasching wird vor Aschermittwoch und somit vor der Fastenzeit gefeiert

Bis heute weiß niemand genau wo der Brauch des Faschingfeierns ursprünglich herkommt, doch eine denkbare Erklärung liefert das deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm. Diese geben den Begriff “Rasenmontag” als Ursprung des Wort Rosenmontags an. Das bedeutet soviel wie rasender Montag, aus dem Mittelhochdeutschen und steht bei den Kölnern für toll und ausgelassen.

Als Napoleons während seiner Feldzüge das Rheinland besetzte, unterband er hat den Karneval im dort. Doch als der französische Machthaber gestürzt wurde, bildeten sich wieder “Festordnende Comitees” die später nach dem Tag des Zusammenkommens als “Rosenmontagsgesellschaften” bezeichnet wurden. Der Brauch, sich über die französische Besatzungsmacht lustig zu machen, begegnet uns bis heute im Prinzenpaar oder dem Tragen weißer Perücken.

 

Ein Artikel von Kim Hornickel

B

ilderquelle: Pixabay




Love all over the world?!

Für die einen schnöder Kitsch, für die anderen der romantischste Tag im Jahr. Lange schon wird der Valentinstag nicht mehr nur in den USA gefeiert. Auf der ganzen Welt gibt es zahlreiche verschiedene Bräuche, um den 14. Februar zu begehen.

Dennoch wird der Valentinstag wohl in kaum einem Land so groß gefeiert, wie in Amerika. Alles ist kitschig und rosa, gerne schenkt man sich große, herzförmige Luftballons. Und nicht nur die Erwachsenen beschenken sich an diesem Tag. Oft verschenken bereits Kinder in den Schulen Valentinskarten an ihre Freunde oder den heimlichen Schwarm.

Like Shakespear

Etwas ruhiger geht es am Valentinstag dagegen in England zu. Ganz im Stil Shakespears, schenkt man sich dort vor allem ganz klassisch Blumen und Gedichte. Angeblich geht der Brauch, sich Gedichte zu schenken, auf den Dichter Samuel Pepy und dessen Frau zurück.

Während sich die Engländer im trauten Heim Gedichte vorlesen, müssen die Italiener für eine ihrer Valentinstraditionen nach draußen. Dort befestigen Verliebte am 14. Februar Liebesschlösser vor allem an Brückengeländern und werfen danach den Schlüssel in den Fluss. Außerdem gibt es jedes Jahr einen Wettbewerb für den schönsten Liebesbrief. Dieser wird von einer Jury aus Einsendungen aus der ganzen Welt ausgewählt.

Umgedrehte Welt in Japan

Nicht nur einen, sondern gleich zwei Tage, um sich gegenseitig – vor allem mit Schokolade – zu beschenken, gibt es in Japan. Am 14. Februar beschenken dort die Frauen ihre Partner, männlichen Familienmitglieder und sogar ihren Chef. Zum Dank bekommen sie dann einen Monat später, am „White Day“, von den beschenkten Männern weiße Schokolade geschenkt. Diesen Brauch hat in den 70er Jahren ein Konditor begonnen, damit sich die Männer für die Schokolade, die sie erhalten haben, bedanken.

Der Kuhhirte und die Fee

Ebenfalls an einem anderen Datum feiern die Chinesen ihr Pendant zum Valentinstag. Dort heißt das Fest „Qixi“ und wird am siebten Tag des siebten Monats nach chinesischem Kalender begangen. Das Qixi-Fest fällt also meist auf den Augustanfang. Der Feiertag geht zurück auf eine Legende, laut der sich ein Kuhhirte in eine Fee verliebte. Die beiden heirateten, doch der Jade-Kaiser und die Himmelskaiserin waren gegen ihre Liebe und entführten die Fee in den Himmel. Um die beiden noch stärker zu trennen, zog die Himmelskaiserin die Milchstraße. Als dann Elstern eine Brücke über die Milchstraße bildeten, um die beiden Liebenden und ihre Kinder wieder miteinander zu verbinden, war der Jade-Kaiser schließlich so gerührt, dass er ihnen erlaubte sich einmal im Jahr, am siebten Tag des siebten Monats zu sehen.

Ein christliches Fest?

Besonders teuer ist der Valentinstag sicherlich in Finnland. Dort schenken sich am 14. Februar nämlich nicht (nur) Pärchen etwas. Der Tag ist bei den Finnen der Freundschaft gewidmet. Man schenkt jedem etwas, den man mag. Wer viele Freunde hat, muss dort sicherlich auch viele Geschenke besorgen.

Es gibt allerdings auch Länder, die den Valentinstag überhaupt nicht begehen. So zum Beispiel Saudi-Arabien und andere streng muslimische Länder. Dort gilt der Valentinstag als christlich und wird dort, wie muslimische Feiertage, die Recht und Sitten verletzen, nicht gefeiert.

 

Ein Artikel von Tatjana Döbert