Amerika wählt – alles Wichtige zur Wahl

Amerika wählt

Amerika wählt

In Amerika ist alles größer, pompöser und spektakulärer. So auch die Präsidentschaftswahl. Milliarden von Dollar werden aufgewendet um die Kandidaten omnipräsent zu machen. Kein Tag vergeht ohne das Konterfei der Vertreter der beiden Volksparteien. Dennoch bleiben Fragen offen. Was sind die „Red states and blue states“? Wer sind die Wahlmänner und was ist ihre Aufgabe? Woher kommen die Millionenspenden an die Kandidaten?

Amerika ist anders und das Wahlsystem auch. Doch nicht nur das, es ist auch hoch umstritten. Damit ihr jedoch nicht Ahnungslos in die Wahlnacht geht, klären wir euch hier noch einmal auf.

Die Vorwahlen

Auch wenn seit längerem nur noch über Hillary Clinton und Donald Trump berichtet wird. Die US-Präsidentschaftswahl hat begleitet uns schon seit knapp zwei Jahren. Damals mussten sich alle Kandidaten bei ihren Parteien melden. Besonders spannend gestaltete sich dies bei den Republikanern. 23 Kandidaten, darunter eine Frau traten an – so viele, wie noch nie zuvor in der Geschichte der Partei. Allerdings bedeutet eine große Auswahl nicht unbedingt etwas positives. Viel eher zeigt sich damit die Zerrissenheit innerhalb der „Grand Old Party“. Während sich bei den Demokraten Hillary Clinton und Bernie Sanders schnell als Favoriten herauskristallisierten, duellierten sich die republikanischen Kandidaten zum Teil mit unwürdigen Mitteln. Letztlich setzte sich Donald Trump bei den Vorwahlen durch. Sein Sieg hat jedoch einen faden Beigeschmack, denn bei seinem Triumphzug hat er die Partei nach rechts gerückt und sie intern in eine Krise gestürzt.

Ohne Spenden geht nichts

Nach den Vorwahlen standen sich somit Clinton für die Demokraten und Trump für die Republikaner gegenüber. Für beide galt es nun Spenden für den eigenen Wahlkampf zu sammeln, da dieser in den USA privat finanziert wird. US-Bürger dürfen bis zu 2700 Dollar spenden, politische Organisationen dagegen können unbegrenzt einzahlen. Dies hat zur Folge, dass dieser Wahlkampf inzwischen knapp 6 Milliarden Dollar verschlungen hat. Beide Kandidaten investieren die Spenden in Werbung, besonders Hillary Clinton zeichnet sich hier aus. Sie hat bisher knapp 100 Millionen für Werbespots im Fernsehen ausgegeben.

The Winner takes it all

Typisches Bild: Während die Mitte und der Süden vor allem rot (Republikaner) geprägt ist, sind die Küsten blau (Demokraten)

Typisches Bild: Während die Mitte und der Süden vor allem rot (Republikaner) geprägt ist, sind die Küsten blau (Demokraten)

In wenigen Stunden wird sich nun zeigen, wie viel Wert all diese Investments haben werden. Eine Sache steht jedoch schon fest. Etwa 20 Prozent der Amerikaner haben bereits Wochen vor dem eigentlichen Wahltermin ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Zudem stehen in vielen Bundesstaaten die Sieger bereits mehr oder weniger fest. Denn Amerika teilt sich traditionell in die sogenannten Red and blue States. Gemeint sind damit Staaten die entweder klar Republikanisch (rot) oder klar Demokratisch (blau) wählen. So sind etwa New York und Kalifornien blau während die Südstaaten rot sind. Entsprechend entscheidet sich der Wahlkampf in den „Swing States“, Staaten, die von Wahl zu Wahl schwanken. Erst sie entscheiden endgültig darüber, wer die notwendigen 270 Wahlmänner zusammenbekommt, die es braucht um Präsident zu werden. Denn in den USA wird das Staatsoberhaupt indirekt gewählt. Jeder Bundesstaat besitzt Wahlmänner, deren Stimmen dem Prinzip „The Winner takes it all“ nach, dem Sieger des jeweiligen Bundesstaates in Gänze zugerechnet werden. Einzig in Maine und Nebraska gilt dieses Prinzip nicht, dort werden die Wahlmänner entsprechend der Stimmenanteile verteilt. Somit kann es sein, dass ein Kandidat die Wahl gewinnt, ohne die Mehrheit der Stimmen zu erhalten. Entsprechend wird diese Wahlmethode von vielen Experten als „undemokratisch“ angesehen. Dennoch ist mit einer Reform des Wahlrechts nicht zu rechnen.

Die Wahlnacht

Der Wahltag in unserem Fall also die Wahlnacht wird vermutlich erst um sechs Uhr (MESZ) entschieden sein. Denn die USA erstrecken sich über sechs Zeitzonen. Eine erste Prognose dürfte bereits um Mitternacht (MESZ) vorhanden sein. Bei der letzten Wahl stand der Sieg Obamas bereits um 5.13 (MESZ) fest.

 

Artikel Marek Szabowski

Fotoquellen

  1. http://de.freeimages.com/photo/usa-flag-3-1444798
  2. 2016 UVA Center for politics
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