21 Feb

Wenn Prinzessin Leia mit dem Teufel tanzt

Bunte, lustige und schräge Kostüme, an Fasching gibt es viel zu sehen

Rosenmontag, das ist mehr als Kostüme, Korn und Kamelle! Doch woher kommt das Faschingsfeiern? Und wo begehen Pirat, Teufel und Hexe den Rosenmontag in Gießen?

Die Trends

Die Faschingssaison nähert sich ihrem Höhepunkt mit Rosenmontag und Weiberfastnacht und die Gießener sind mit dabei. Das Jahr 2017 steht ganz im Zeichen der Star Wars Helden, wer als Prinzessin Leia, Han Solo oder Luke Skywalker verkleidet Fasching feiert, liegt dabei dieses Jahr voll im Trend. Inspirationen für angesagte Kostüme geben auch Suicide Squad, Deadpool oder The Avenger. Wer es lieber bunt mag, kann sich als Einhorn, oder zusammen mit Freunden, gleich als ganze Gruppe im Partnerlook verkleiden. Damit ist man beim Sturm aufs Rathaus und dem Karnevalsumzug gut angezogen.

Hier ein paar Tipps für alle, die die närrischen Tage in Gießen verbringen wollen:

Der Sturm auf das Rathaus

Wer schon immer mal sehen wollte, wie die Bürgermeisterin gefangen genommen wird, sollte am Dienstag, den 23. Februar um 14:10 Uhr am Berliner Platz sein. Dort wird ein fast echtes Prinzenpaar mit seiner Artillerie das Rathaus in Besitz nehmen und die Gießener Oberbürgermeisterin gefangen

Das Abschneiden der Krawatten entstand nach 1945 und diente der Entmannung

nehmen. Das Ganze kostet keinen Eintritt und auch nicht Verkleidete sind willkommen.

Männer haltet eure Schlipse fest

Und wer zu Weiberfastnacht in der Kongresshalle am Dienstag, den 23 Februar, um 20:10 Uhr kommt, wird wohl noch einige jecke Sprüche zu hören bekommen. Tickets bekommt ihr im Vorverkauf der MAZ, im Urnenfeld 12, in Gießen.

Bonbons, Konfetti und Schnaps

Einer der größten Umzüge Mittelhessens wird sich am Sonntag den 26. Februar, seinen Weg durch die Gießener Innenstadt bahnen. Die bunte Parade startet um 13.30 Uhr in der Ringallee. Hier die genaue Route für euch.

 Ursprung

Fasching wird vor Aschermittwoch und somit vor der Fastenzeit gefeiert

Bis heute weiß niemand genau wo der Brauch des Faschingfeierns ursprünglich herkommt, doch eine denkbare Erklärung liefert das deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm. Diese geben den Begriff “Rasenmontag” als Ursprung des Wort Rosenmontags an. Das bedeutet soviel wie rasender Montag, aus dem Mittelhochdeutschen und steht bei den Kölnern für toll und ausgelassen.

Als Napoleons während seiner Feldzüge das Rheinland besetzte, unterband er hat den Karneval im dort. Doch als der französische Machthaber gestürzt wurde, bildeten sich wieder “Festordnende Comitees” die später nach dem Tag des Zusammenkommens als “Rosenmontagsgesellschaften” bezeichnet wurden. Der Brauch, sich über die französische Besatzungsmacht lustig zu machen, begegnet uns bis heute im Prinzenpaar oder dem Tragen weißer Perücken.

 

Ein Artikel von Kim Hornickel

B

ilderquelle: Pixabay

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14 Feb

Love all over the world?!

Für die einen schnöder Kitsch, für die anderen der romantischste Tag im Jahr. Lange schon wird der Valentinstag nicht mehr nur in den USA gefeiert. Auf der ganzen Welt gibt es zahlreiche verschiedene Bräuche, um den 14. Februar zu begehen.

Dennoch wird der Valentinstag wohl in kaum einem Land so groß gefeiert, wie in Amerika. Alles ist kitschig und rosa, gerne schenkt man sich große, herzförmige Luftballons. Und nicht nur die Erwachsenen beschenken sich an diesem Tag. Oft verschenken bereits Kinder in den Schulen Valentinskarten an ihre Freunde oder den heimlichen Schwarm.

Like Shakespear

Etwas ruhiger geht es am Valentinstag dagegen in England zu. Ganz im Stil Shakespears, schenkt man sich dort vor allem ganz klassisch Blumen und Gedichte. Angeblich geht der Brauch, sich Gedichte zu schenken, auf den Dichter Samuel Pepy und dessen Frau zurück.

Während sich die Engländer im trauten Heim Gedichte vorlesen, müssen die Italiener für eine ihrer Valentinstraditionen nach draußen. Dort befestigen Verliebte am 14. Februar Liebesschlösser vor allem an Brückengeländern und werfen danach den Schlüssel in den Fluss. Außerdem gibt es jedes Jahr einen Wettbewerb für den schönsten Liebesbrief. Dieser wird von einer Jury aus Einsendungen aus der ganzen Welt ausgewählt.

Umgedrehte Welt in Japan

Nicht nur einen, sondern gleich zwei Tage, um sich gegenseitig – vor allem mit Schokolade – zu beschenken, gibt es in Japan. Am 14. Februar beschenken dort die Frauen ihre Partner, männlichen Familienmitglieder und sogar ihren Chef. Zum Dank bekommen sie dann einen Monat später, am „White Day“, von den beschenkten Männern weiße Schokolade geschenkt. Diesen Brauch hat in den 70er Jahren ein Konditor begonnen, damit sich die Männer für die Schokolade, die sie erhalten haben, bedanken.

Der Kuhhirte und die Fee

Ebenfalls an einem anderen Datum feiern die Chinesen ihr Pendant zum Valentinstag. Dort heißt das Fest „Qixi“ und wird am siebten Tag des siebten Monats nach chinesischem Kalender begangen. Das Qixi-Fest fällt also meist auf den Augustanfang. Der Feiertag geht zurück auf eine Legende, laut der sich ein Kuhhirte in eine Fee verliebte. Die beiden heirateten, doch der Jade-Kaiser und die Himmelskaiserin waren gegen ihre Liebe und entführten die Fee in den Himmel. Um die beiden noch stärker zu trennen, zog die Himmelskaiserin die Milchstraße. Als dann Elstern eine Brücke über die Milchstraße bildeten, um die beiden Liebenden und ihre Kinder wieder miteinander zu verbinden, war der Jade-Kaiser schließlich so gerührt, dass er ihnen erlaubte sich einmal im Jahr, am siebten Tag des siebten Monats zu sehen.

Ein christliches Fest?

Besonders teuer ist der Valentinstag sicherlich in Finnland. Dort schenken sich am 14. Februar nämlich nicht (nur) Pärchen etwas. Der Tag ist bei den Finnen der Freundschaft gewidmet. Man schenkt jedem etwas, den man mag. Wer viele Freunde hat, muss dort sicherlich auch viele Geschenke besorgen.

Es gibt allerdings auch Länder, die den Valentinstag überhaupt nicht begehen. So zum Beispiel Saudi-Arabien und andere streng muslimische Länder. Dort gilt der Valentinstag als christlich und wird dort, wie muslimische Feiertage, die Recht und Sitten verletzen, nicht gefeiert.

 

Ein Artikel von Tatjana Döbert

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13 Feb

Valentinstag – Liebe oder Lörres?

Kerzen, Rosen und Kino, so stellt man sich den klischeehaften Valentinstag vor. Wer allerdings noch keine Idee hat, wie man den Tag am besten verbringt – ob alleine, mit seinem Partner oder seiner Partnerin – kann sich ganz leicht durch Jodel inspirieren lassen. Aber was genau ist eigentlich dieses Jodel und wie verbringt man denn nun, laut Jodel, seinen Valentinstag?

Ich jodel das mal“ – ein Satz der heutzutage wohl einige verwirrt.
Die Vorstellung vieler: man steht im Dirndl auf der Alm und singt Holadaittijo.
Die Realität: man schreibt irgendeinen lustigen Stuss, stellt Fragen, oder postet Bilder.

Mit Jodel ist eine App gemeint – ähnlich wie Twitter, nur vollkommen anonym. Hier tauschen sich, meistens Studenten, ganz ungehemmt und unverblümt über alltägliche Dinge aus, reden über Probleme und Geheimnisse oder schreiben Dinge nieder, die ihnen gerade in den Sinn kommen. Lesen kann die Posts jeder App-Besitzer in einem Radius von circa zehn Kilometern. Von lustigen Zitaten aus Vorlesungen bis hin zu Schneebildern wird grundsätzlich alles gejodelt. Müsste man Kategorien der Jodel bilden, wären die Top 3: Katzenfotos, Sex und Uni. Offen und humoristisch wird mit allen Themen umgegangen. Ein Beispiel: „Meine Mutter will wissen von welcher Marke das schöne Geschirr in der WG ist. Gibt es da Ansprechpartner in der Mensa?“

Ehrlicher als Facebook

Die Beliebtheit eines Jodels wird mit der Up- und Downvote Funktion reguliert. Diese dient gleichzeitig als Kontrolle der Inhalte, denn nach fünf Downvotes verschwindet ein Post. Zusätzlich sorgen, von der App ernannte Moderatoren, dafür, dass rassistische oder sexistische Jodel gelöscht werden.

Wohingegen es bei Plattformen wie Facebook oder Instagram um die reine Selbstdarstellung geht und man der Welt Fotos von der vierwöchigen Backpacker Tour durch Australien präsentiert, oder den allmorgendlichen „Spinat-Kokos-Chia Samen-Smoothie“ postet, bietet Jodel mit seiner Anonymität einen ganz neuen Zugang zur Social Media. Eine Atmosphäre vermeintlicher Ehrlichkeit wird geschaffen. So wird auch einmal davon berichtet, dass man eben kein Geld hat, um in den Urlaub zu fahren, oder man sich während der Prüfungsphase einen Cheesburger zum Frühstück gegönnt hat. Dinge, die uns allen bestimmt schon einmal passiert sind und uns deshalb so viel aufrichtiger vorkommen als das fingierte Leben auf anderen Plattformen. Wie ernst gemeint die Jodel sind, weiß man natürlich nicht, aber es muntert einen zumindest auf, wenn man mitverfolgen kann, dass es bei anderen auch nicht immer so perfekt läuft, wie auf Facebook gezeigt wird.

Tipps für den Valentinstag

Um besser mit der Jodel-Community kommunizieren zu können, haben sich mit der Zeit gewisse

Rosen, Kerzen … wir wissen ja wohin das führt

Abkürzungen entwickelt: „jhj“ – Jodler hilft Jodler, oder „dlrh“ – den Lörres reinhämmern, also miteinander schlafen. Dlrh fungiert quasi als Universalantwort auf alle möglichen Fragen, mal mehr oder weniger ernst gemeint. Häufig wird in der Kommentarfunktion nach dem Messenger-Dienst „kik“ gefragt, vor allem wenn der Jodler oder die Jodlerin angibt angeblich #w21 zu sein. Im Großen und Ganzen scheint Jodel irgendwie auch das neue Tinder geworden zu sein. Passend, wenn man an den bevorstehenden Valentinstag denkt. Der Valentinstag wird auf Jodel natürlich gründlich diskutiert. Ratlose Männer fragen nach Geschenkideen, oder nach einem schönen Lokal, in welches man seine Freundin ausführen kann – am meisten Upvotes bekam hier McDonalds. Andere freuen sich darüber, dass nach dem Valentinstag die hübsch verpackte Schokolade endlich nur noch die Hälfte kostet.

Ein beliebtes Ausflugsziel am Valentinstag ist und bleibt das Kino – und was würde sich da dieses Jahr nicht besser anbieten als den zweiten Teil von „Fifty Shades of Grey“ zu schauen. Über Jodel wurde sich im Kollektiv im Kino verabredet, um alle diejenigen Kerle auszulachen, die von ihren Freundinnen dazu gezwungen wurden sich den Film anzusehen. Ob es wirklich dazu kommt, wer weiß!

Schnaps am Tag der Liebenden

Alternativ kann man den Tag natürlich gemütlich zuhause auf dem Sofa verbringen, zumal im Fernsehen zum Glück ja auch noch Champions League läuft.

Fragt man nach allgemeinen Valentinstagsbräuchen der Jodel Community so wäre es nicht Jodel, wenn nicht mindestens einmal „dlrh“ gepostet würde. Am meisten Upvotes bekam allerdings die Antwort „Ignorieren“, dicht gefolgt von „Schnaps.“ Tatsächlich scheinen viele auf der Suche nach Leuten zu sein, mit denen man sich den Valentinstag schön trinken kann – das zeigen zumindest die zahlreichen Posts. Neben Alkohol stehen Süßigkeiten hoch im Kurs – ob Schokoeis oder generell Süßigkeiten, am besten noch gepaart mit Weltuntergangsfilmen. Überall kommt der Valentinstag also nicht gut an. Und das spiegelt sich auch in den Jodeln wieder. Mit einer gewissen Frustration und gleichzeitiger Ironie wurde bei den Bräuchen auch „Single sein“ angegeben.

Wenn man es allerdings darauf anlegt ein Date am Valentinstag zu haben gibt es da bestimmt irgendwen den man nach „kik“ fragen könnte. Und wenn nicht? Ist ja auch nicht schlimm! Man hat ja noch den Rest der Jodel Community um den ganzen Tag über die Vor- und Nachteile des Valentinstags zu philosophieren, oder eben die Freunde außerhalb der App!

Ein Bericht von Luisa Kreiling

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01 Feb

Hochschulwahlen – “Am Ende wollen doch eh alle das gleiche”

Seit über einer Woche kann gewählt werden – unzählige Flyer und Kulis wurden verteilt, Mails versendet und Versprechen durch die Listen gemacht. Trotzdem haben bisher nur 18 Prozent gewählt. Woran kann das liegen? Wir haben uns umgehört:

Marius, studiert Fachjournalistik 

“Ich bin der Ansicht, dass elektronische Wahlmethoden durchaus positiv zu sehen sind – solange es sicher ist. Trotzdem glaube ich nicht, dass elektronische Wahlsystem auf lange Sicht die Wahlbeteiligung steigern werden. Es wird wie immer einen Hype am Anfang geben und danach denkt niemand mehr daran. Zudem hätte ich die Einführung fast nicht mitbekommen und sollte stärker kommuniziert werden. Durchaus auch provokativ: “Wenn ihr bei Facebook schreiben könnt, könnte ihr auch wählen”. Irgendsowas in die Richtung – oder anstatt der sinnlosen Wahlplakete, die völlig beliebig und immer das selbe sind, nur noch dafür Werbung machen. Das ist leider notwendig, da Wahlen zurzeit wenig Beachtung finden – insbesondere bei den Jungen ist die Verdrossenheit hoch. Studentische Wahlen haben zudem den Beigeschmack, dass man davon kaum was persönlich bemerkt. Ich, der kurz vorm Master steht, habe zumindest jahrelang nichts gemerkt und würde es an der Uni glaub auch nicht vermissen.”

Janina, 26, Studiert auf Lehramt

“Ich gehe wählen, weil ich schließlich die Möglichkeit habe, die Partei zu wählen, die meinen Interessen am nächsten kommt. Ich finde es wichtig, dass man diese Demokratie nutzen sollte. Durch nicht wählen kann man nichts verändern.”

Anna, studiert Geschichte

Ich finde die Wahlen sehr wichtig, damit die Interessen der Studierenden vertreten werden können. Aber ehrlich gesagt habe ich davon in diesem Jahr kaum etwas mitbekommen, da ich keine regelmäßigen Veranstaltungen mehr habe. Auch das eine Online-Wahl gibt, habe ich nur durch Zufall auf der Uni-Homepage gesehen. Sowas kann natürlich auch Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung haben.

Max, Fachbereich 04*

“Ehrlich gesagt, habe ich bis zur Wahlwoche kaum etwas von der anstehenden Wahl mitbekommen. Wahlwerbung habe ich nur von vereinzelten Parteien erhalten. Ich hatte nicht das Gefühl, ausreichend informiert zu sein. Die Hochschulwahlen sind wichtig um uns als Studierenden eine Stimme zu geben. Aber was bringt es uns, wenn wir am Ende doch vor der Liste mit Namen sitzen und nicht wissen, was wir dort eigentlich ankreuzen?”

Lisa, Fachbereich 04*

“Wählen ist wichtig, da die studentische Selbstverwaltung ein Mittel ist, mit dem wir Studenten unser Studium mitgestalten können. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Studierendenparteiprogramme überraschenderweise kaum voneinander. Am Ende wollen alle doch das Abschaffen der Anwesenheitspflicht und billigeren Wohnraum.”

Vanessa, 21, studiert Biologie

“Ich wähle, um mich einzumischen!”

 

* Namen wurden auf Wunsch geändert

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