22 Dez

Und wie feierst du Weihnachten?

Weihnachten steht vor der Tür! Die letzte Woche vor Weihnachten wird nochmal sehr stressig: Die letzten Weihnachtsgeschenke besorgen, die Wohnung auf Vordermann bringen ehe man zu den Eltern heimfährt; nur nicht den Kopf verlieren in dem Chaos! Und wenn dann Heiligabend endlich da ist, wird ganz entspannt im Kreise der Familie gefeiert. Jede Familie hat ihre ganz persönlichen Rituale an Weihnachten, sei es nur das gemeinsame Essen oder das Schmücken des Weihnachtsbaums. Aber wie sieht es eigentlich bei den Anderen aus? Wart ihr auch schon immer neugierig darauf zu erfahren, wie eure Kommilitonen Weihnachten feiern und welche Bräuche sie haben? 

Wir haben uns für euch umgehört und das ist dabei herausgekommen:

chris

 

 

Chris: „Meine Familie bruncht gemeinsam, dann wird der Weihnachtsbaum traditionell geschmückt und abends gibt’s schließlich Bescherung.“

 

 

franzi

Franzi: „Wir gehen Heiligabend mit der ganzen Familie zur Omi und essen lecker und packen später die Geschenke aus. Weihnachten feiern wir immer bei der Oma.“

emile-und-benediktEmile: „Also an Weihnachten sind wir mit der ganzen Familie bei meiner Oma in Frankreich. Es gibt Austern und Meeresfrüchte. Für das Essen nehmen wir uns immer viel Zeit; es gibt auch mehrere Gänge; dann essen wir schon 6-7 Stunden lang.“

Benedikt: „Wir gehen nachmittags in die Kirche, essen danach gemütlich und anschließend werden die Geschenke ausgepackt. An Weihnachten ist die ganze Familie da und manchmal kommen auch die Großeltern aus Portugal.“

Loreen (links): „Weihnachten feiern wir immer wieder gleich. Wir haben ein spezielles Familiengericht, welches wir jedes Jahr essen. Nach dem Essen gehen wir Kinder (Töchter), hoch in die Zimmer; währenddessen bereiten meine Eltern den Weihnachtsbaum samt Geschenke vor. Und wenn das Glöckchen klingelt gehen wir runter. Bevor die Geschenke ausgepackt werden, singen wir noch Weihnachtslieder. Dann beschenken wir erst unsere Eltern, dann wir Geschwister uns gegenseitig und schließlich die Eltern uns.“

loreen-anna-jessicaAnna (aus Amerika; in der Mitte): „Wir feiern Weihnachten am 1. Weihnachtstag, also am 25.12. Wir bereiten unser Essen gemeinsam vor und packen danach die Geschenke aus. Danach schauen wir noch einen typischen Weihnachtsfilm „It’s a wonderful life“.“

Jessica (rechts): „Wir feiern am 24.12. abends Weihnachten. Unser typisches Weihnachtsessen sind Rouladen mit Rotkohl und Kartoffeln. Danach kommt die Bescherung; wir haben da aber kein Ritual.“

emre-und-hatunEmre und Hatun: „Wir feiern kein Weihnachten. Die Feiertage sind bei uns daher eher entspannt, aber wir sind auch mit der Familie zusammen. Silvester wird bei uns eher gefeiert.“

Luisa: „Ich feier mit alten Schulfreunden in Weihnachten rein. An Weihnachten selbst gibt es ein leckeres Frühstück. Wir gehen in die Kirche, essen zusammen und abends gibt’s Bescherung. Nach dem Essen gehen wir noch zu meinen Großeltern, wo wir noch meine Tante und meine Cousine treffen.“franzi-und-luisa

Franzi: „Wir gehen mittags auf die Koppel, ein kleiner Berg bei mir im Dorf, wo die Burgbläser eine Stunde lang Weihnachtslieder spielen. Da treffen wir immer Freunde und trinken gemeinsam Glühwein. Abends bereiten wir gemeinsam das Essen vor. Nach dem Essen gibt’s Bescherung; dabei würfeln wir um unsere Geschenke, damit es nicht so schnell vorbei ist. Jeder der eine Sechs gewürfelt hat, darf entweder ein Geschenk für sich öffnen oder eines seiner Geschenke schenken.“

janinaJanina: „Ich feier Weihnachten mit meiner Familie zusammen; wir fahren jedes Jahr über Weihnachten und Silvester nach Österreich. An Heiligabend gehen wir in die Kirche, danach gibt’s Bescherung. Und danach essen wir gemeinsam Fondue und spielen viele Gesellschaftsspiele.“

 

Die Umfrage führte Franziska Brungs und Luisa Kreiling

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21 Dez

In der Weihnachtsbäckerei

Backen gehört einfach zur Weihnachtszeit

Backen gehört einfach zur Weihnachtszeit

Backen gehört für viele genauso in die Adventszeit, wie der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder der Kauf eines Weihnachtsbaums. Wer sich damit nicht so auskennt oder neue Rezepte ausprobieren will, kann dies bei einem der Backkurse des Studentenwerks tun. Auch unsere Redakteurin Tatjana hat das Angebot wahrgenommen und mit anderen Studenten in der Mensa gebacken.

In die Mensa zum Essen gehen kann jeder, selber dort zu backen nur die glücklichen Gewinner der Auslosung des Studentenwerks. Ich bin auch dabei. Der Titel „Weihnachtsbacken für Fortgeschrittene“ macht mich etwas nervös, da meine Backkünste kaum über Butterplätzchen und Vanillekipferl hinausgehen. Vor allem bin ich aber gespannt die Küche zu sehen, die sonst kein Student zu Gesicht bekommt.

Am Infopoint angekommen, treffen Helena, die mich mit der Kamera begleitet, und ich schon auf zwei weitere Teilnehmerinnen des Kurses. Hannah ist wie ich zum ersten Mal dabei. Auch sie ist mit einer Kamera bewaffnet. Sie will neben dem Backen Bilder machen und dann auf ihrem foodblog  von diesem Kurs berichten.

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Ein bisschen Fingerspitzengefühl bedarf es schon beim Backen

Da der erste Kurs sehr schnell ausgebucht war, gab es diesmal extra mehr Plätze. Voll belegt ist der Kurs diesmal jedoch nicht. Und auch zum letzten kamen nicht alle. „Von den acht, die sich letzte Woche angemeldet haben, waren nur vier da“, berichtet Michele, die schon in der letzten Woche dabei war. In diesem  Anfängerkurs wurden die altbekannten Backwerke gemacht: Butterplätzchen, Vanillekipferl und Linzer Augen. “Der Kurs hat mir so gut gefallen, da musste ich wieder kommen”, so Michele und lässt bei mir Vorfreude wachsen.

Backen wo sonst Salate gemacht werden

Wir werden abgeholt und in den Teil der Küche begleitet, in dem wir heute backen. Dort wartet Etienne auf uns. Er ist sonst in der Mensa Vital und im Spätdienst der Mensa beschäftigt und leitet heute den Kurs. Gebacken wird dort, wo sonst Salate zubereitet werden. Doch auch der Rest der Küche wird uns gezeigt. Alles dort ist riesig und aus Metall. Es gibt eine Frittierstraße, Öfen, die gefrorenes Gemüse in zehn Sekunden garen und sogar eine eigene Metzgerei.

Dann geht es endlich los mit dem Backen. Heute ist es schon etwas anspruchsvoller – Lebkuchen, veganes Panforte – „Die italienische Antwort auf Lebkuchen“, wie Etienne es nennt – und Christmas dough. Quasi nicht durchgebackener Kuchenteig in einer kleinen Auflaufform, serviert mit Eis.

Geschnippelt, Geknetet, Gerollt

Zunächst die italienische Spezialität – da diese eine Stunde ruhen muss – Backen bedeutet auch immer Zeit zu haben. Aprikosen werden geschnippelt, Teig geknetet, Zimt und Nelken hinzugefügt. Alles wird nun zusammengeschüttet und verknetet. Danach wird es zu Würsten gerollt, in Frischhaltefolie gepackt und in den Kühlschrank gelegt.

Weiter geht es mit den Lebkuchen. Die Aprikosen werden durch Orangen ersetzt, vegan wird gestrichen – und diesmal hilft die Technik: Vermengt wird alles mit  der KitchenAid Maschine, um die Hannah die Mensa beneidet. Drei Bleche Lebkuchen schieben wir jetzt in den Ofen – aus dem schon bald ein betörender Duft kommt.

Naschen gehört dazu

Mmmh...

Mmmh…

Als er zurückkommt ist es bereits Zeit die Teigwürste für die Panforte in Stücke zu schneiden. Sich zu konzentrieren fällt schon schwer – zu gerne will ich die Früchte und den Teig probieren. Aber naschen kann man ja bei dem rohen Teig auch. Die Bleche bekommen wir trotzdem voll.

Nachdem auch die Panforte im Ofen sind, geht es an den Christmas dough. Ich fette sechs kleine Auflaufformen ein. Währenddessen wird indes wieder von der Kitchen-aid gemischt. Das klappt erst nicht so recht, doch dann können wir den Teig auf die Formen verteilen. Dabei wird wieder fleißig probiert. Vor lauter Nascherei weiß ich schon gar nicht mehr, wie ich später den Christmas dough essen soll.

Das Auge isst mit

Während dieser schließlich im Ofen ist, werden die Lebkuchen mit Zuckerguss und Pistaziensplittern dekoriert und die Panfortestücke aufgeteilt. Jeder von uns bekommt eine Brotdose für unsere Plätzchen. Die reicht allerdings bei Weitem nicht, sodass jeder noch eine Plastiktüte zusätzlich füllen kann.

Probieren, probieren, probieren

Nachdem die Panfortestücke verteilt sind, ist auch der Christmas dough fertig. Jeder bekommt darauf eine Kugel Eis nach Wahl und während Etienne in der Küche aufräumt, lassen wir es uns schmecken. Ich schaffe gerademal die Hälfte meiner Kalorienbombe und kann auch davon noch etwas mit nach Hause nehmen. Während des Essens sind wir uns alle einig, dass wir auch an weiteren Kochkursen teilnehmen wollen – auch wenn diese ab dem nächsten Jahr etwas kosten sollen. Das ist es uns wert.

Hauptsache es sind genug Plätzchen für alle da - auch nach dem Naschen

Hauptsache es sind genug Plätzchen für alle da – auch nach dem Naschen

Am Ende des Abends gehe ich mit einer Brotbox, einer „take-away“-Box und einer Plastiktüte voll Keksen nach Hause. Und natürlich mit dem Gefühl bis Weihnachten nichts mehr essen zu können. Doch schon ein paar Stunden später, nasche ich schon wieder. Die Plätzchen sind einfach zu lecker.

 

Artikel und Fotos von Tatjana Döbert

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18 Dez

Die Kracher zu Silvester

Die Deutschen geben jährlich rund 120 Millionen Euro für Feuerwerk aus

Die Deutschen geben jährlich rund 120 Millionen Euro für Feuerwerk aus

An Silvester mal etwas Neues, das wäre es doch! Hier ein paar Tipps, die die übliche Langeweile verhindern. Wie wäre es zum Beispiel statt Bleigießen mit einem Trip nach Paris oder statt zuhause Raclette zu essen einem Dinner am Meer?

Ein paar Mal werden wir noch wach und dann ist Silvester und damit erwacht die immer gleiche Frage: Was tun am Neujahrsabend? Wir von UNIversum haben die ultimativen Tipps für einen gelungenen Abend für euch zusammengestellt. Ob Gießen, Deutschland oder Europa, hier ist für jeden etwas dabei:

Tipps für ein romantisches Silvester:

1.Silvester in Gießen und keine Idee? Wie wäre es das Feuerwerk mal von Oben zu sehen? Vom 13. Stockwerk des Dachcafés aus ist ein toller Blick auf die Stadt und das Feuerwerk garantiert. Dazu gibt es eine breite Spanne von Specials an diesem Abend. Von mehrgängigem Menü bis zur Weinprobe – für alle Portmonees ist etwas dabei.

Weitere Infos gibt es hier

Warum Silvester nicht mal am Meer verbringen?

Warum Silvester nicht mal am Meer verbringen?

2.Wer Silvester an der Nordsee, St. Peter-Ording oder Sylt verbringen will, dem bietet sich ein beeindruckender Anblick beim Feuerwerk über dem Meer, um danach auf der Westerländer Strandpromenade ins neue Jahr zu tanzen.

Auf Airbnb findet ihr preiswerte Unterkünfte

Romantikurlaub in Paris - da darf das Liebesschloß nicht fehlen

Romantikurlaub in Paris – da darf das Liebesschloß nicht fehlen

3.Paris die Stadt der Liebe. Besonders an Neujahr sprüht die Metropole vor Leben und bietet mit einem gigantischen Feuerwerk über dem Eiffelturm den romantischen Höhepunkt des Silvesterabends. Wer seine(n) Liebste(n) noch überraschen möchte und einen günstigen Weg sucht, der sollte einmal hier nachschauen

Tipps für Partylöwen:

1. “Ein ticket, 3 locations, 5 floors, 100 kilo bassmusik, 3 tage kopfweh”. Zuerst tanzt ihr euch bei der Nachttanzdemo in Gießen mit “underthegrund” die Füße wund und alle die dann noch stehen können, haben für insgesamt 10 Euro gleich 3 Clubs zur Auswahl: Das MuK, Enjoy und Café Amélie in Gießen bieten euch alles von Funk über Reggae bis Deephouse. Alle Infos gibt es hier

2.Berlin: in der Hauptstadt findet jedes Jahr die größte Party Deutschlands mit über 1 Millionen Besuchern statt. Das bunte Feuerwerk über dem Brandenburger Tor und die vielen live acts machen den Rutsch ins Neue Jahr unvergesslich. Wie ihr am besten hinkommt findet ihr hier

3.Prag, die Hauptstadt Tschechiens, ist eine einzige Partymeile,

besonders an Silvester. Ob gebuchte Location oder spontane Entscheidung,

Prost! Prag ist für seinen Absinth berühmt berüchtigt

Prost! Prag ist für seinen Absinth berühmt berüchtigt

jeder Partybegeisterte wird in Prag sein Wunschevent  finden. Wie ihr hinkommt? Zum Beispiel hier mit

 

Tipps für Backpacker und Spontane:

1.Silvester mit Blick auf den Ätna? Von der kleinen Stadt Taormina aus hat man einen eindrucksvollen Blick auf den Vulkan und ist trotzdem nur einen kurzen Fußmarsch von allen Bars und Restaurants entfernt. Preiswerte Unterkünfte findet ihr hier

Egal wo man feiert - Wunderkerzen gehören einfach dazu!

Egal wo man feiert – Wunderkerzen gehören einfach dazu!

2.Nicht nur berühmte Künstler, Grachten und das Nachtleben machen Amsterdam zu einer besonderen Stadt. An Silvester verwandelt sich die Altstadt in eine einzige  Partymeile und Menschen aus aller Welt strömen in die Stadt. Wem später kalt wird, der kann es sich in einem der vielen Coffeshops bequem machen und entspannt die Live Musik genießen. Damit euer Trip unvergesslich wird, hier noch ein paar Tipps

3.Silvester gleich zwei Mal erleben? Das ist nicht unmöglich! Zuerst Neujahr in Neuseeland genießen und dann am 1.1.2017 ganz gemütlich nach Tahiti fliegen, um dort am 31.12.2016 anzukommen und das Neue Jahr ein zweites Mal zu begrüßen.Flüge gibt es zum Beispiel hier

 

Tipps und Fotos von Kim Hornickel

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07 Dez

“Never give up, motherfucker!”

Nico Laska

Nico Laska – Vom kleinen hessischen Städtchen auf die große Bühne

Der 20-Jährige Nico Laska kommt aus dem hessischen Städtchen Ortenberg (Wetteraukreis) und spielt seit der 6. Klasse Gitarre. Seitdem schlägt das Herz des Singer/Songwriters fast ausschließlich für seine Musik. Aktuell kann man ihn bei „The Voice of Germany“ bewundern, obwohl er zunächst Zweifel hatte. Mit uns hat er im Februar über seinen Werdegang als Künstler und seine Songs gesprochen. Vergangene Woche hat sich unsere Redakteurin Mona nochmal ein Update zu TVOG geholt.

Interview vom 12.02.2016

Wann hast du mit deiner Musik angefangen?

Mit 10 Jahren habe ich meine erste Gitarre bekommen und habe mir dabei die Finger wund gespielt, bis ich festgestellt habe, dass ich das ein bisschen falsch mache (lacht). Nach einem Jahr hab’ ich dann Unterricht in der Schule bekommen. Das hat mir aber nicht gefallen und  ich hab’ mir dann komplett alleine beigebracht zu spielen. Heute würde man sagen mit ‘nem Youtube-Tutorial. Damals habe ich mir Live-Videos von Künstlern angesehen und das nachgespielt. Ich habe dann ´ne Weile Banderfahrungen gesammelt und im Juni 2014 habe ich das erste Mal selbst gesungen.

Wann hast du dich komplett der Musik verschrieben?

Nach dem ersten Halbjahr der 12. Klasse hatte ich etwa 200 Fehlstunden, weil ich für die Musik so viel unterwegs war. Und ich bin kein Typ, der so halbe Sachen macht, also hab’ ich mich für die Musik entschieden, nach der 12. Klasse.

Wolltest du je was anderes werden?

Ich wollte mal Polizist werden, weil ich K11 so cool fand.

Was zeichnet dich und deine Musik aus?

1. Auf der Bühne reiße ich extrem schlechte Witze. 2. Bin ich, glaube ich, ein symphatischer Typ und 3. Glaube ich: Jeder, der nicht nur auf „Bumm-bumm-Musik“ steht, kann bei meiner Musik total gut abschalten und sich seinen Gefühlen hingeben.

Warum bist du im Oktober 2015 für deine Tour nach England gegangen und nicht nach Deutschland?

Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon ‘ne Deutschlandtour gespielt und ich glaube das war für mich so ne Art Selbsttest. Ich wollte wissen, ob meine englischspachigen Songs in England überleben können oder ob ich meine Texte anders schreiben muss. Deswegen war für mich super wichtig, dass ich dorthin gegangen bin und geguckt hab, wie es ankommt.

Warum singst du überhaupt auf Englisch?

Da gibt’s ne ganz einfache Erklärung: Deutsch klang mir selbst einfach zu schnulzig. Wenn ich meine Texte auf Deutsch singen würde, könnte ich mir selbst nicht zuhören.

Lässt du deine Songtexte Korrektur lesen?

Also ich lass’ sehr viele Leute drüber lesen, aber meistens werden nur Kleinigkeiten geändert. Zum Beispiel einzelne Wörter ausgetauscht, die besser klingen. Ich bin auch offen für Kritik, wenn man sie gut begründen kann, dann ist sie super. Ich glaube auch, dass man Kritik braucht und sie wertschätzen sollte. Aber natürlich gibt’s auch unterschiedliche Geschmäcker und dann ist das halt so.

Spielst du noch andere Instrumente?

Bass, aber das ist als Gitarrist ja in der Regel normal, bisschen Klavier, bisschen Schlagzeug. Aber ich hüpfe ja beim Musik machen immer sehr viel rum, da ist mir das Sitzen zu langweilig. Je intensiver ich drin bin, desto mehr wackeln meine Beine in irgendwelche Richtungen. Keine Ahnung warum.

Was kommt zuerst? Der Text oder die Melodie?

Der junge Singer/Songwriter hat schon eine ordentliche Fanbase

Der junge Singer/Songwriter hat schon eine ordentliche Fanbase

Beides ist gleichzeitig da.

Ich hab vorher meistens ein Thema und nehme dann einfach die Gitarre in die Hand. Und ich schreibe und singe im Stehen. Bis auf ein Lied sind alle meine Songs aus meiner Sichtweise geschrieben. Dieser eine Song könnte theoretisch auch ein Hit werden. Man könnte ‘nen Elektrobeat drunter legen und der könnte sogar im Radio laufen.

Warum ist das nicht dein Ziel? Würde dir nicht fürs erste ein eingängiger Hit helfen, bekannt zu werden?

Ich schätze das ist ‘ne Frage, die sich jeder Musiker stellt. Inwieweit schreibe ich meine Songs für mich und inwieweit schreibe ich sie fürs Radio. Aber ich bin der festen Meinung: Wenn du deine Songs für dich schreibst und wenn es so kommen soll, dann kommen sie auch irgendwann ins Radio.

Ich würde zum Beispiel nie auf die Bühne gehen und etwas spielen, das sich falsch anfühlt. Wenn ich es nicht fühle, dann fühlt auch das Publikum nichts. Natürlich möchte ich mit meiner Musik erfolgreich werden, aber ich will mich nicht dafür verstellen.

Wer hat dich als Künstler am meisten geprägt?

1.Ed Sheeran, weil seine Texte enorm gut sind. 2. Secondhand Serenade, war so der erste, der mir gezeigt hat, dass ein Typ mit ner Gitarre und ehrlicher Musik, erfolgreich werden kann. Wegen dem hab’ ich auch so angefangen zu spielen. 3. All Time Low.

Was hältst du generell von Castingshows?

„The Voice of Germany“ ja, der Rest nein. Bei „The Voice“ finde ich es gut, dass da zuerst nur auf die Stimme geachtet wird. Also zumindest in den „Blind Auditions“.

Warum gehst du zu keiner Castingshow, zumindest nicht zu „The Voice of Germany“?

Tatsächlich hatte ich mal überlegt hinzugehen und war ganz kurz davor, mich einzuschreiben, aber  ich hab’ mich vorest für ‘nen anderen Weg entschieden. Weil halt bei „The Voice“ auch so unheimlich viele gute Leute dabei sind. Die Stimmen sind ja der Hammer. Ich bin authentisch auf der Bühne und live ein guter Künstler, aber bestimmt nicht wegen meiner einzigartigen Stimme.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?

„Never give up, motherfucker!“

Wann wäre der Zeitpunkt, an dem du die Reißleine ziehst und sagst: ich habe alles versucht und kann trotzdem nicht von meiner Musik leben?

Wenn ich 40 bin und immer noch bei meiner Mama wohne, dann fange ich an mir ‘nen anderen Job zu suchen. Ich habe jetzt keinen Plan B, weil ich nichts anderes machen möchte.

 

Interview vom 03.12.2016

Wieso hast du deine Meinung geändert und dich bei „The Voice of Germany“ angemeldet?

Laska bei der Show “The Voice of Germany”

Ich hab’ mich bisher als Sänger nicht so gesehen, dass ich mit den anderen Talenten mithalten könnte. Und dann gab es mal wieder die Castingtouren in Deutschland und ich hab’ es eben einfach mal versucht. Und jetzt waren die „Battles“ im Fernsehen und meins hab ich gewonnen. Als nächstes kommen nun die „Sing-Offs“.

Seit wann wirst du gecoacht?

Im Juli wurde meine „Blind Audition“ aufgezeichnet und seitdem wurden wir eigentlich regelmäßig gecoacht. Da wird an allem gearbeitet: an der Stimme mit den Vocal Coaches, an der Choreo und wie man sich generell auf der Bühne bewegt. Und natürlich zusammen mit meinem Teamcoach, Yvonne Catterfeld.

Wo bleibt dann bei dem ganzen Üben der Spaß?

Den haben wir die meiste Zeit eigentlich, ich hab’ viel mit den anderen Talents zu tun und wir hängen zusammen ab, üben oder gehen einkaufen und abends auch mal feiern.

Hat dich die Show überrascht?

Also ich hatte vorher ja diesen Fernseh-Nightmare, aber es ist eben genau anders gekommen, als ich es mir vorgestellt hab. Man darf alles sagen, machen und tragen, was man möchte. Vor allem Yvonne ist wie ‘ne große Schwester, die uns alle total unterstützt und sich auch für jeden Zeit nimmt. Selbst wenn die Kameras aus sind.

Wirst du mittlerweile schon häufiger erkannt und angesprochen?

Mein Gesicht wird langsam bekannter, es kommt öfter vor, dass Leute mich ansprechen und nicht genau wissen, wohin sie mich stecken sollen. Neulich wurde ich von ner Tankwartin angesprochen, das war ganz witzig. Bezahlen musste ich allerdings trotzdem (lacht). Und in meiner alten Schule in Ortenberg hänge ich jetzt am schwarzen Brett mit meinen nächsten Auftritten.

Wenn die „Blind Audition“ nicht geklappt hätte oder wenn du nun nicht gewinnen solltest, was sind deine Pläne?

Vor „The Voice“ ist nach „The Voice“. Ich werde weiter Konzerte spielen, an meiner Platte arbeiten und das Beste aus mir rausholen.

Wie hoch schätzt du deine Chancen ein, in die nächste Runde zu kommen?

Letztendlich entscheiden die Coaches und wollen das Spiel gewinnen. Sie suchen das

Autogramme gibt der junge Künstler seit der Show häufiger

Autogramme gibt der junge Künstler seit der Show häufiger

Gesamtpaket aus, welches am besten abliefert. Ich denke, dass ich an nem Punkt bin, wo ich einfach von Show zu Show lebe.

Nur noch 10 krasse Sänger sind dabei aus meinem Team. Jetzt zählt es eben super abzuliefern und zu hoffen, dass es gereicht hat. Aber natürlich will ich gewinnen.

Was ist die Schwierigkeit bei Coversongs?

Du musst den Künstler halt komplett imitieren können oder dein eigenes Ding draus machen. Es darf nur eben nicht schlechter sein als das Original. Aber wenn ich die Show gewinnen sollte, werde ich weiter meine eigenen Songs schreiben.

Was gefällt dir gar nicht an der Show?

Ich  mag die Schminke nicht. Man wird einfach immer gepudert. Abends rubbel ich mein Gesicht ab und alles ist braun.

Würdest du die Show weiterempfehlen?

Ich würde es jedem empfehlen, wenn er mit nem gewissen Druck klar kommt. Aber nehmt das Ganze nicht zu ernst! Die Show ist letztendlich auch nur ein Spiel. Wenn man verliert, geht die Welt nicht unter.

 

Die nächsten Sing-Offs werden am Donnerstag, 8. Dezember 2016 ausgestrahlt. Wenn er hier weiterkommt, darf Nico in die Live-Shows. Wenn nicht, spielt er sein nächstes Konzert am 15.12.16 in Düsseldorf. Seine erste Platte soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden.

 

Das Interview sowie Bilder 1,2 und 4 von Mona Förder

Bild 3: Credit: „Richard Hübner/ProSieben, Sat.1“

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06 Dez

Wer hat Angst vorm Zwarten Piet ? Der niederländische Sinterklaas-Brauch in der Kritik

Rassistisch oder netter Brauchtum? In den Niederlanden eine große Diskussion

Rassistisch oder netter Brauch? Der Zwarte Piet in den Niederlanden

Ein Mann mit weißen Bart im roten Bischofsgewand schleicht in der Nacht vom 5. Auf den 6. Dezember von Tür zu Tür und beschenkt – wenn artig – Kinder mit Früchten, Nüssen, Süßigkeiten und kleineren Geschenken. So alt so gut – die deutsche Nikolaustradition bietet wohl kaum Grund zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Ganz anders sieht das in den Niederlanden aus.

Dabei beginnt auch dort alles ganz brav. Es ist Mitte November. In einem festlichen Einzug kommt Sinterklaas mit einem Boot aus Spanien „angesegelt“. Jedes Jahr in einer anderen Stadt in den Niederlanden, jedes Jahr von tausenden Menschen bejubelt. Dabei wird Sinterklaas von einem oder mehreren Zwarten Pieten – unserem Knecht Ruprecht – begleitet. Begleitet wird dieser Einzug auch mit massiven Protest. Denn der Streitpunkt, der seit Jahren unser Nachbarland in zwei Lager spaltet: Nikolaus´ Begleiter ist schwarz angemalt.

Rassistische Tradition?

Der weiße Sinterklaas und der geblackfacete Zwarte Piet also – die Gegner der Tradition werfen ein, diese sei von Grund auf rassistisch, verstärke und halte Stereotype gegenüber der schwarzen Bevölkerung der Niederlande aufrecht. Der Zwarte Piet wie er heute verkörpert werde – possenreißend und klamaukig – laufe Gefahr schon in den Kindern Klischeedenken gegenüber Schwarzen zu installieren, was im Hinblick auf die Kolonialgeschichte der Niederlande überaus problematisch sei.

Heute ist der Zwarte Piet vor allem für den Klamauk verantwortlich

Heute ist der Zwarte Piet vor allem für den Klamauk verantwortlich

Die Befürworter des Brauches berufen sich auf die Traditionslinie des Festes. Sie führen zuweilen an, die dunkle Hautfarbe der Pieten stamme daher, dass er durch den Schornstein käme, der Piet sei daher kein Schwarzer. Seine Optik weise dementsprechend – so wird jedenfalls oft behauptet – nicht einmal daraufhin, dass es sich bei dem Piet um eine aus kolonialen Traditionen entstandene Figur handelt. Dabei wird der Streit zunehmend in der Öffentlichkeit ausgetragen, auch in den neuen Medien, auf Facebook und Twitter streiten sich Pro und Contra Fraktion immer militanter.

Der Nikolaus als Schreckwesen

Der Sinterklaas-Brauch, der mittlerweile in den Niederlanden eine größere Bedeutung als das Weihnachtsfest besitzt, hat eine jahrhundertelange Tradition. Angefangen vom Glauben an einen Sinterklaas, den man nicht sah, der lediglich nachts im Stillen die Geschenke brachte, über einen „pädagogisch“ strafenden Nikolaus, kam in der Vorstellung der Niederländer der Zwarte Piet lange Zeit nicht vor. Berichte vom 17. bis ins 20. Jahrhundert hinein belegen, dass sich Niederländer vielfach als Sinterklaas verkleideten, sich das Gesicht schwärzten, um durch die Straßen zu ziehen und als „wilde“ Nikolausfiguren Kinder zu erschrecken, so die Forschungen des Historikers John Helsloot. Damit galt der Sinterklaas lange Zeit mehr als Schreck- und Wunderwesen, denn als auf seinen Ursprung zurückgehende Heiligenfigur. Lärm und Unfug, der dem niederländischen Niklaus anhaftete, wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend kritisiert.

Der Zwarte Piet als Literaturfigur

Sinterklaas und Zwarte Piet - gemeinsam sind sie erst seit dem 19. Jahrhundert unterwegs

Sinterklaas und Zwarte Piet – gemeinsam sind sie erst seit dem 19. Jahrhundert unterwegs

Aus Sicht der aktuellen Forschung hielt der Zwarte Piet aber erst mit der Veröffentlichung eines Bilderbuches des Amsterdamer Lehrers Jan Schenkmann (etwa im Jahr 1850) Einzug in das Brauchtum des Landes. Dieser führte den Piet als Knecht des milden, würdigen, vornehmen Sinterklaas ein, der gemeinsam mit diesem aus Spanien in die Niederlande segelte. In seiner Darstellung ist der Zwarte Piet ganz klar dunkelhäutig. Gekleidet ist er in einem Kostüm, das wie die Kleidung eines vornehmen Mannes aus dem 16. Jahrhundert anmutet. Warum Schenkmann den Begleiter des Nikolaus als Schwarzen entwarf, dafür gibt es laut Helsloot unterschiedliche Ansätze:

  1. Schenkmann könnte hier eine ältere (koloniale) Bildtradition fortsetzte, in der es üblich war, dem vornehmen weißen Mann – hier dem Nikolaus – einen schwarzen Diener zur Seite zu stellen. Das Kostüm des Piet könnte sich an dabei an die Verkleidungen der Akteure damaliger historischer Festzüge anlehnen.
  2. Schenkmann wurde von der Tradition die ja bereits seit vielen Jahren vorhanden schwarz angemalten, „wilden“ Nikoläuse beeinflusst wurde.

Rollentausch

War es zum Ende des 19. Jahrhunderts noch der Sinterklaas, der die unartigen Kinder bestrafte, während sein schwarzer Begleiter Süßigkeiten verteilte, benahm sich der Zwarte Piet in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer „böser“ gegenüber den Kindern, die Rollen von Sinterklaas und Zwartem Piet vertauschten sich also. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird er zu jenem Clown, als der er auf den heutigen Sinterklaas-Umzügen bekannt ist.

Nicht entschlüsselbar

Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre wurde erstmals Kritik an der Figur des Zwarten Piet von Seiten weißer Niederländer laut. Seit den 1970er und 1980er Jahren begannen auch Teile der schwarzen Bevölkerung der Niederlande die alljährliche Darstellung des Zwarten Piet zu kritisieren.

On der Brauch nun rassistisch ist oder nicht, das muss sich jeder selbst fragen. Klar ist: Der ständige Wandel des Brauches, seine komplexe Entstehung, die nicht bis ins allerletzte entschlüsselt – vielleicht nicht einmal entschlüsselbar – ist,  lässt ihn eben nicht per se als rassistisch klassifizierbar machen. Stattdessen handelt es sich beim Zwarten Piet offenbar um eine extrem ambivalente Figur, die Jan Schenkmann sowohl aus einer durch den Kolonialismus geprägten Vorstellung von Schwarzen entwarf, dabei aber auch Aspekte des „sich schwarz Anmalens“ aus der Tradition der „wilden“ Nikoläuse verwandte.

 

Artikel und Fotos von Lea Berg, Karsten Köhler, Friederike Piotrowski und Christian Schmeink

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02 Dez

Mit Geschichte spielen

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Schon einmal etwas von Askiya gehört? Im Spiel Civilization lernt man nie aus

Wer heutzutage denkt, dass Computerspiele nur eine Spielerei für Kinder sind, der hat vor vielen Entwicklungen der letzten Jahre die Augen verschlossen. Die Industrie dahinter erwirtschaftet jährlich Milliarden, Grand Theft Auto V im Jahr 2013 beispielsweise mehr als drei Milliarde US-Dollar an den ersten drei Verkaufstagen. Auch auf ganze Gesellschaften nehmen Computerspiele schon Einfluss. In Südkorea haben Profispieler von StarCraft 2 oder League of Legends eine Fangemeinde, wie in Deutschland Fußballstars. Computerspiele  haben  sich mittlerweile zu einem gesamtgesellschaftlichen Unterhaltungsmedium entwickelt – ähnlich wie Filme. Und genau wie der Film, so zieht auch das Computerspiel viele Anregungen, Ideen und Settings aus der Geschichte.

Filme mit historischer Handlung können in drei Kategorien

Zu Beginn des Spiels Civilisation legt man das Setting fest: Wie soll die Welt aussehen?

Zu Beginn des Spiels Civilization legt man das Setting fest: Wie soll deine Welt aussehen?

eingeteilt werden. Schlechte Historienfilme, gute Historienfilme und akkurate Historienfilme. Grade letztere sind jedoch selten, denn zu reizvoll für Drehbuchautoren und Regisseure ist es doch, die Geschichte größer dazustellen, als sie war. Ein Film soll eine Geschichte erzählen und unterhalten. Tut er das, so hat er seinen Zweck erfüllt. Dann kümmert es nur noch den Archäologen, wenn Kaiser Marc Aurel im Film „Gladiator“ von Ridley Scott in seinem Palast in Rom ein Marmorstandbild des Kaisers Septimius Severus aufgestellt hat, der eigentlich erst 13 Jahre nach ihm an die Macht kam. Es mag Leute geben, die sich über solche Details ärgern, doch dem Film als solchem, als Kunstform wie auch aus kommerzieller Sicht, hat dies nicht geschadet. Was für Filme gilt, das gilt auch für Computerspiele, die in einem historischen Rahmen angesiedelt sind. Manche mögen mit ihrer Thematik freier umgehen als andere, doch das ist für die Qualität des Spiels nicht von Belang. Was zählt sind die Präsentation durch Grafik und Sound, die Gestaltung von Spielverlauf und Steuerung, wodurch letztlich das erreicht wird, was für ein Computerspiel zählt, nämlich der Spielspaß.

Geschichte selbst simultieren

Der erste Schritt zum Weltreich: Das Siedeln

Der erste Schritt zum Weltreich: Das Siedeln

Als Beispiel soll die Reihe „Civilization“ dienen, deren sechster Teil kürzlich erschien. Civilization ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, was heißt, dass der Spieler und entweder vom Computer gesteuerte oder menschliche Mitspieler der Reihe nach ihre Spielzüge ausführen, genau wie bei einem Brettspiel. Das Spiel simuliert die Geschichte der Menschheit von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart und ein Stück darüber hinaus. Hierzu schlüpft der Spieler in die Rolle des Oberhauptes einer Zivilisation.

Hier ist schon eine erste Besonderheit zu nennen, denn zusätzlich zu den großen Nationen und Gestalten, die man gemeinhin aus dem Schulunterricht kennt (z.B.: Alexander der Große und Griechenland, Napoleon und Frankreich oder Bismarck und Deutschland) sind auch immer einige Völker und Anführer jenseits des europäischen Tellerrands vertreten (Schon mal von Askiya Muhammad und dem Songhai-Reich gehört?). Runde für Runde erforscht man die Welt, gründet Städte, baut diese aus, trifft andere Nationen, handelt, führt Krieg, baut Weltwunder und forscht. Forschung ist das A und O um seine Zivilisation voran zu bringen. Die Auswahl an Technologien umfasst klar umrissene Techniken (das Rad, die Schrift oder die Dampfmaschine), über ganze Disziplinen der Wissenschaft (Physik oder Biologie), bis hin zu komplexen sozialen und geistesgeschichtlichen Phänomenen (Philosophie und Theologie bis hin zur Globalisierung).

Die Geschichte wiederholt sich nicht

Zum Sieg führen stets mehrere Wege und die große Auswahl an Zivilisationen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Schwerpunkten, sowie immer neue vom Computer generierte Weltkarten lassen kein Spiel wie das vorherige werden. Wer kennt das nicht? Da siedelt man friedlich als erster Konsul Gandhi von Indien vor sich hin, gründet Städte, sammelt Kunst und Kultur an und will friedlich mit seinen Nachbarn zusammen leben, da wird man von Präsident Shakas Zulu-Kriegern überfallen, welche sich dann auch noch mit den Legionen des Königs Augustus verbünden.

Willkommen in Gao. Hier kannst du die Geschichte neu schreiben.

Willkommen in Gao. Hier kannst du die Geschichte neu schreiben.

Man ist gezwungen Armeen auszuheben und baut die Chinesische Mauer um seine Grenzen herum, nur um nach Jahren des Abwehrkampfes festzustellen, dass Genosse Hiawatha der Sowjet-Irokesen in den tiefen seiner Wälder ein Raumschiff gebaut hat, dieses in den Weltraum schickt um eine neue Erde zu finden und damit den Wissenschaftssieg davonträgt. Doch das Spielprinzip entwickelt rasch eine solche Sogwirkung, dass man Niederlagen schnell wegsteckt und manchmal beim Spielen komplett die Zeit vergisst.

Kein Lerneffekt?

Was hat das nun mit der tatsächlichen Geschichte zu tun, werden sich viele nun entsetzt fragen? Nun, nicht direkt. Aber Teil des Spiels ist auch stets eine umfangreiche „Civilopädie“, eine Datenbank mit Informationen zu allen Nationen, Staatsoberhäuptern, Einheiten, Gebäuden, Weltwundern und Technologien im Spiel, die aber natürlich nur grundlegende Informationen enthält, diese aber anschaulich und unterhaltsam präsentiert. Wie war das also nun mit Askiya Muhammad und seinen Songhai?

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Artikel von Moritz W.

Screenshots von Marek Szabowski

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