20 Mai

Die NSU-Akte – Wie konnte so viel schiefgehen?

Der Film „Der Kuaför aus der Keupstrasse“ vom Regisseur Andreas Maus berichtet von einem Nagelbombenattentat des NSU, das am 9. Juni 2004 in der Keupstrasse in Köln verübt wurde. Protagonisten sind die Brüder Özcan und Hasan Yildirim, vor deren Friseursalon die Bombe explodierte. Sofort geraten die beiden ins Visier der Ermittler, die einen rechtsextremen Hintergrund ausschließen. In nachgestellten Verhörszenen wird deutlich, wie überzeugt die Ermittler von der Schuld der Brüder waren und wie wenig sie dazu bereit waren, in andere Richtungen zu ermitteln.

Regisseur Andreas Maus bei der Diskussion im Anschluss seiner Filmvorführung im Kino Center Gießen. Neben ihm: Dr. Christina Benninghaus von der Fachjournalistik Geschichte.

Regisseur Andreas Maus bei der Diskussion im Anschluss seiner Filmvorführung im Kino Center Gießen. Neben ihm: Dr. Christina Benninghaus von der Fachjournalistik Geschichte.

Jahre später danach gefragt, reden sich die Verantwortlichen um Kopf und Kragen. Man müsse sich die Frage stellen, wie bei den Ermittlungen so viel schief gehen konnte, findet Maus. Das gelte nicht nur für die Keupstrasse sondern auch für alle anderen Fälle in denen der NSU Attentate verübte. Ein Interview.

UNIversum: Warum haben Sie sich für dieses Thema entschieden?

Andreas Maus: Das ist aus einer Recherche entstanden, die ich für das Politmagazin „Monitor“ gemacht habe. Im Rahmen dieser habe ich auch viel Material bekommen. Dokumente, Unterlagen, die weit über das hinausgehen, was man für einen Beitrag in einem Politmagazin bräuchte. Insofern war schnell klar, dass man das Material anders erzählen muss. Eben eine lange Geschichte zu machen und ins Kino zu bringen und nicht nur eine Fernsehdoku daraus zu machen.

UNIversum: Warum haben Sie sich genau diesen Fall ausgesucht?

Andreas Maus: Vor allem lag es daran, dass es nicht nur eine Opferfamilie gab sondern eine ganze Community betroffen war. Wir wollten erzählen, wie eine ganze Gemeinschaft unter Verdacht gerät und dieses „Opfer-Täter-Schema“ umgedreht worden ist – was ja letztlich exemplarisch für die anderen NSU-Opfergeschichten steht. Ich bin selbst auch in Köln, ich arbeite dort und es war etwas, das mir nahe lag. Einfach mal vor der eigenen Haustür zu untersuchen, warum da so viel schief gehen konnte und wie man da gearbeitet hat von Seiten der Ermittlungsbehörden.

Universum: Gibt es Vermischungen zwischen Wahrheit und Fiktion?

Andreas Maus: Nein, nicht was die Inhalte angeht. Es gibt einen dokumentarischen Teil und es gibt szenische Umsetzungen von Dokumenten und Verhörprotokollen. Die sind aber im Prinzip eins zu eins umgesetzt. Die szenische Umsetzung war letztendlich das Hilfsmittel, mit dem man Verhöre von Opfern erzählen kann.

UNIversum: Was wünschen Sie sich, was der Zuschauer aus dem Film mitnimmt?

Andreas Maus: Zuerst einmal hoffe ich, dass er ein intensives und erhellendes Filmerlebnis hat. Dass er diese Geschichte, die mit dem NSU und mit den Opfern zu tun hat intensiver und tiefer wahrnimmt und mehr sieht als das, was man aus der Berichterstattung kennt. Das andere ist, dass ich glaube, dass jeder, der im Film sitzt, merkt wie dünn das Eis ist und dass es jeden von uns treffen kann, dass das normale Leben in einer Sekunde zusammenbricht. Und nicht, dass man Opfer eines Terroranschlags wird sondern auch, dass man als Opfer in das Visier der Polizei gerät. Und obwohl man komplett unschuldig ist, wird ein Puzzle zusammengesetzt aus dem man am Ende als Schuldiger heraus geht. Ich glaube das war auch eine Erfahrung, die die Menschen in der Keupstraße gemacht haben, die auch jeder andere von uns machen kann.

 

Ein Interview von Tatjana Döbert.

Foto: Tatjana Döbert

 

 

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19 Mai

Der Tinder-Tisch ?!

Soziale Experimente verbreiten sich am besten über soziale Netzwerke. So wie die Babel-Fisch-Tische, an die sich alle Studenten in den Mensen der JLU und der THM  Gießen setzen können. Eine Idee für all jene, die nicht alleine essen wollen und Gesellschaft suchen.

Nie wieder alleine essen in der Mensa? Der Babel-Fisch-Tisch soll es möglich machen.

Nie wieder alleine essen in der Mensa? Der Babel-Fisch-Tisch soll es möglich machen.

“Nette Umschreibung für Singletisch”, lautet ein Facebook-Kommentar, als die Nachricht der  Babel-Fisch-Tische viral gehen.  Andere verlinken ihre Freunde und kommentieren scherzhaft: “Guck mal die haben an dich gedacht und haben Mitleid mit dir. Forever alone, haha.” Aber funktioniert das Konzept  wirklich oder ist der Babel-Fisch-Tisch bloß ein Hort der einsamen Seelen? Ein Selbstversuch.

Durch Apps ist heutzutage irgendwie alles durchökonomisiert, um Wahrscheinlichkeiten und Chancen zu steigern. Es gibt Fitness-Apps, Ernährungsapps und natürlich soll man online auch die große Liebe finden. Während ich nun zwischen den Tischreihen entlang schlendere, wird der Babel-Fisch-Tisch in meinen von Hunger zerfressenen Gedanken mit dem Titel “Tinder-Tisch” geadelt – oder beleidigt? Schafft der Tisch es wirklich, dass sich Menschen an ihm zusammenfinden? Vielleicht kurbelt der Babel-Fisch-Tisch ja die Geburtenrate an und sichert mir meine Rente. Der Hunger hat mittlerweile ein großes Loch in meinen Magen geschlagen, meine Gereiztheit pendelt sich auf dem Niveau von Gernot Hassknecht ein. Nur Kohlenhydrate können mich und die Menschheit noch retten. Mit gierigem Tunnelblick auf mein volles Tablett suche ich mein Ziel. Der erste Eindruck ist, dass der Tisch keinen wirklichen ersten Eindruck zulässt. Als einzelner Tisch inmitten einer überlaufenen Mensa wirkt er eher unscheinbar – was ja nicht schlecht sein muss. Ein einsamer Tisch, mit einsamen Menschen?

Am Babel-Fisch-Tisch sitzen sechs Personen, vier davon in einer Gruppe. Ich schätze ab wie lange jeder noch mit seinem Essen braucht und beschließe erst selber zu essen. Das muss auch an einem Babel-Fisch-Tisch möglich sein. Erst die Portion, dann die Person. Nach verschlungenem Mahl erweitert sich mein Horizont wieder. Jetzt bin ich wieder ein soziales Wesen. Ich wende mich vier Mädchen zu. Hoffentlich steckt mir kein Römersalat mehr zwischen den Zähnen. Ich lerne Ann-Sophie, Studentin der Biopharmazeutischen Technik, Michelle, eine Lehramtsstudentin für die Förderschule, sowie die beiden Jurastudentinnen Alishia und Melissa kennen. Ich gebe mich allerdings recht schnell als Redakteur aus und frage mich, was ich zuerst gesagt hätte, wenn ich keinen anderen Vorwand gehabt hätte.

Mein Verdacht bestätigt sich: Die vier Mädchen kennen sich bereits aus der Schulzeit. Grundsätzlich finden alle vier die Idee des Tisches prima, vor allem weil die Wahrscheinlichkeit steige, jemanden aus anderen Fachbereichen kennenzulernen, wie Alishia findet. “Eigentlich müsste ja jeder Tisch ein Babeltisch sein, aber dafür sind viele zu spießig”, sagt Ann-Sophie. Vermutlich ist es jedoch nicht nur das spießig sein, was abschreckt, sondern auch Schüchternheit und Menschenscheu. Denn die sozialen Barrieren lösen geht an dem Tisch keinesfalls in Luft auf. Einer oder Eine müssen immer den ersten Schritt wagen. Hier sind sich alle Mädchen einig: Man muss definitiv ein offener Mensch sein, um sich auf solch ein Experiment einzulassen. Auf die Frage, ob sie auch selbst jemanden ansprechen würden, entgegnet Ann-Sophie:” Naja, wenn er sympathisch ist.” Melissa fügt hinzu: “Leider weiß man natürlich nie, wer einen da anspricht, und außerdem möchte ich erstmal essen und nicht quatschen.”

Damit spiegelt sich auch die negative Seite der an sich schönen Idee des Babel-Fisch-Tisches wieder. Denn eines muss bedacht werden: Man(n) oder Frau sitzen nicht nur am Babel-Tisch, sondern gleichzeitig auch auf dem Präsentierteller. Niemand will sich den Appetit durch einen Korb vor der versammelten Studentenschaft verderben lassen. Das Tischprojekt schafft manch Hürde ab, aber stellt sie an anderer Stelle auch wieder auf. Was wenn sich niemand zu dir setzt und jeder das beobachtet? Eine Art “Tinder-Tisch” ist es also wirklich – es kann ein Match geben oder nicht. Im Idealfall ergeben sich also ungezwungene Gespräche mit anderen Studierenden. An meinem Tisch lernen sich tatsächlich ein Mädchen und ein Junge kennen und finden den Tisch super. Andererseits fallen einige Studenten auf, die sich bewusst an andere Tische setzen, als sie den Sinn des Babel-Fisch-Tischs erkennen. Beim Essen will man(n) oder Frau manchmal einfach auch mal forever alone sein können.

Ein Selbstversuch von Isabella Pianto und Daniele Castello

Foto von Jennifer Meina

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05 Mai

Die Geschichte des Stöffchens

Prost! Sarah, Pia und Janna genießen den Apfelwein an schönen Frühlingstagen im Freien.

Prost! Sarah, Pia und Janna genießen den Apfelwein an schönen Frühlingstagen im Freien.

Am 5. Mai findet in Gießen das erste Apfelwein-Kulturfest statt. Solche Feste gibt es in Hessen zuhauf, ist das Stöffche doch quasi Nationalgetränk. Doch auch weit außerhalb der Grenzen unseres schönen Bundeslandes wird Apfelwein konsumiert. Höchste Zeit also sich die Geschichte des Stöffchens mal genauer an zu sehen.

Bereits die alten Griechen und Römer sollen gewusst haben, dass man aus Äpfeln Wein herstellen kann. Vorerst setzte sich jedoch der klassische Wein aus Trauben durch – auch in unseren Breitengraden. Im Umkreis Frankfurts florierte der Weinanbau – bis im 15. Jahrhundert die „kleine Eiszeit“ einbrach. Das Klima veränderte sich und die Weinreben gediehen nicht mehr. Apfelbäume hielten dem Wetter besser stand und so setzte sich nach und nach der Apfelwein in Hessen durch. Deutschlandweit wurde das beliebte hessische Getränk durch die Sendung „Zum Blauen Bock“ bekannt, die 30 Jahre den hessischen way of life ins ganze Land brachten.

Andernorts gab es alkoholische Getränke aus Äpfeln jedoch schon wesentlich früher. Im 11. Jahrhundert bauten die Basken die erste Kelter und stellten damit ein Getränk her,  das sie „zagardua“ nannten. Hauptsächlich wurde es zunächst von Fischern als Mittel gegen Skorbut getrunken.  Mit der Zeit gelangte das Getränk nach Frankreich, wo es „cidre“ genannt wurde. Von Wilhelm dem Eroberer schließlich wurde es nach England gebracht, wo es als „cider“ bekannt wurde. Apfelwein war und ist also international.

Dies zeigt auch die 2014 entstandene Seite weltapfelweintag.de. Dort zeigt eine Weltkarte, dass das Stöffche keineswegs nur in Deutschland konsumiert wird, sondern auch im Rest Europas, den USA oder Australien.

Böse Zungen aus hessenfremden Regionen behaupten, Apfelwein sei das, was erst nach dem 7. Glas zu schmecken anfängt. Wer es also ein bisschen süßer mag, sollte es mit Orangen- oder Zitronenlimonade mischen.

Böse Zungen aus hessenfremden Regionen behaupten, Apfelwein sei das, was erst nach dem 7. Glas zu schmecken anfängt. Wer es also ein bisschen süßer mag, sollte es mit Orangen- oder Zitronenlimonade mischen.

Und so vielfältig wie die Nationen, in denen er getrunken wird, ist auch der Apfelwein selbst. Deshalb passt er laut Sonja Slezacek und Steffen Ball vom Verband der Hessischen Apfelwein – und Fruchtsaft-Kelterein e.V. auch zu allen möglichen Gerichten und ist überall zu finden. „Sowohl in der klassischen Apfelweinkneipe, in einer Szenebar als auch im Gourmet-Restaurant“, erklärt Slezacek und führt weiterhin aus, dass das Stöffche mittlerweile alle Zielgruppen erreicht habe.

Seit 2013 hat das Traditionsgetränk nun auch seinen eigenen Feiertag: Den Welt-Apfelwein-Tag. Ins Leben gerufen wurde dieser von Mitgliedern des Verbandes der Hessischen Apfelwein – und Fruchtsaft-Kelterein e.V. Auf der zugehörigen Internetseite können sich Kelterer, Wirte, Händler und natürlich auch alle anderen Apfelweinliebhaber vernetzen und austauschen.

Am 3. Juni, dem Welt-Apfelwein-Tag, soll es dann weltweit zahlreiche Aktionen und Events geben. Sonja Slezacek und Steffen Ball sind sich sicher, dass der Tag ein Erfolg wird. Immerhin konnte die Facebookseite des Welt-Apfelwein-Tags bereits zwei Tage nach ihrer Gründung 1000 Fans verzeichnen.

Typischerweise kommt der Apfelwein direkt aus dem Bembel. Mittlerweile ist das Stöffchen aber auch in der Flasche erhältlich - und schmeckt!

Typischerweise kommt der Apfelwein direkt aus dem Bembel. Mittlerweile ist das Stöffchen aber auch in der Flasche erhältlich – und schmeckt!

Am 3. Juni soll es aber auch um das Thema Naturschutz gehen, da: „Apfelweintrinker indirekt Naturschützer sind.“, wie Slezacek verrät. Denn die Äpfel für den Apfelwein werden traditionell auf Streuobstwiesen angebaut, die auch weiterhin erhalten bleiben sollen. Schließlich sind sie die Heimat für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Durch die Ernte der Äpfel zur Weiterverarbeitung kann dieser Lebensraum erhalten bleiben.

Es gibt also viele gute Gründe das Stöffchen zu feiern – so wie am 5. Mai auf dem Open-Air-Kino-Gelände in Gießen.

 

Ein Bericht von Tatjana Döbert

Fotos von Kim Melina Hornickel

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04 Mai

Kino auf Studentenart

Das Kinopolis am Berliner Platz ist erst vor drei Jahren entstanden – die Betreiber folgten damit einem allgemeinen Trend: Kinos werden immer größer, Kinokarten immer teurer. Dass es auch Alternativen zur cineastischen Gigantomanie gibt, beweist die »Flimmerkiste«, das Studentenkino der JLU. Ein Bericht von Friederike Piotrowski.

Was wäre Kino ohne etwas zu trinken und zu knabbern?

Was wäre Kino ohne etwas zu trinken und zu knabbern?

Donnerstagabend, 20.15 Uhr: Das Licht geht aus und die Gespräche werden zu vereinzeltem Flüstern und Lachen, als auf der Leinwand der Vorspann des Films beginnt. Einige Reihen weiter oben reißt jemand eine Chipstüte auf, etwas weiter unten ploppt der Kronkorken einer Bierflasche. Nach wenigen Minuten sind alle Augen auf die Leinwand gerichtet. Zwischendrin knarrt immer mal wieder eine Holzbank oder eine unter den Sitzen stehende Flasche fällt zu Boden – Zwischentöne, die daran erinnern, dass man hier nicht in einem »normalen Kino« ist. Denn heute Abend läuft »Der Hobbit« nicht im Kinocenter und auch nicht im neueröffneten Kinopolis am Berliner Platz, sondern im Hörsaal des Zeughauses direkt neben dem neuen Schloss in der Gießener Innenstadt – ganz ohne 3D und Kinosessel, dafür auf Holzbänken und mit viel Leidenschaft für Filme.

Zeitsprung: 19.15 Uhr des gleichen Tages: Anna Musial und Désirée Ogasa rücken Tische ins Foyer des Zeughauses. Darauf bauen sie Getränke und Snacks für die Kinobesucher auf und begrüßen die ersten eintrudelnden Studenten. Kommilitonen von Anna und Désirée stehen am Eingang zum Hörsaal und verkaufen die Kinokarten oder bauen drinnen die Technik auf. Zwei Euro kostet die Karte; einmal im Semester müssen sich die Studentenkino-Besucher außerdem einen Filmclub-Ausweis für 50 Cent kaufen. »Mit dem Geld, das über die Filmclub-Ausweise reinkommt, kaufen wir die Lizenzen für die Filme ein«, erklärt Désirée, während sie einer Kommilitonin eine Cola reicht. Anna und Désirée sind Teil des insgesamt neunköpfigen »Flimmerkiste«- Teams, das für andere Studenten jeden Donnerstag während des Semesters ehrenamtlich Filme im Zeughaus vorführt.

Die Filme sind meistens richtige Blockbuster

Die Filme sind meistens richtige Blockbuster

Im Foyer herrscht mittlerweile buntes Treiben: Immer mehr Studenten kommen, kaufen Karten und Getränke; die Stimmung ist ausgelassen. Langsam bewegt sich alles Richtung Hörsaal. Manche setzen sich zu Freunden, die schon da sind und Plätze frei gehalten haben. Es wird angestoßen, für viele Studis ist der donnerstägliche Besuch der »Flimmerkiste« Ritual. Kein Wunder, denn hier wird nicht nur einfach das gezeigt, was vor einem Jahr in den großen Kinos lief, stattdessen erwartet die Studenten übers Semester verteilt ein buntes Programm: Vom Blockbuster über den Filmklassiker bis hin zum Independent- und Arthousefilm sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. »Welche Filme wir zeigen, tüfteln wir vor Semesterbeginn im Team aus. Da kann jeder seine Favoriten vorschlagen und dann wird abgestimmt«, erzählt Anna, kurz bevor es losgeht. Problem sei nur, dass man für manche Filme einfach nicht die Lizenzen bekäme: »Ein ganz kritischer Fall ist da ‚Brügge sehen und sterben‘«, sagt Désirée lachend.

Schließlich haben alle ihre Sitze gefunden und vor Filmstart werden noch vier Karten für zwei Stücke im Stadttheater verlost – das Stadttheater ist einer von zahlreichen Partnern, die mit der »Flimmerkiste« kooperieren. Die Theaterkarten sind heiß begehrt, da wird mitgefiebert und die Enttäuschung bei Nichtgewinn lauthals kundgetan. Noch beliebter ist das von der »Flimmerkiste« verloste Frühstücksbrettchen mit Hobbit-Aufdruck. Der Film beginnt, die Stimmung bleibt. Da wird während des Films schon mal laut gelacht und kommentiert, auf etwas angestoßen, geflüstert oder ein Sachverhalt kurz diskutiert. Nach zweieinhalb Stunden macht sich aber auch bemerkbar, dass man hier nicht im Kinosessel, sondern auf Holzbänken im Hörsaal sitzt: da rückt der ein oder andere auf seinem Platz herum und klappt den Tisch vor sich aus, um sich mit den Ellenbogen abzustützen. Doch wer in die »Flimmerkiste« kommt, tut das wohl ohnehin nicht um des Komforts Willen – sondern um eine Atmosphäre zu erleben, die vielen Mulitplex-Kinopalästen mittlerweile abhanden gekommen ist.

 

Fotos: Christian Schmeink

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04 Mai

Feministin ist nicht gleich Feministin

30 Prozent der Spitzenpositionen in den deutschen Redaktionen sollen mit Frauen besetzt sein. Das fordert „ProQuote Medien e.V.“.

Annette Bruhns im Gespräch mit unseren Redakteurinnen Isabel und Jennifer

Annette Bruhns im Gespräch mit unseren Redakteurinnen Isabel und Jennifer

UNIversum hat die Mitbegründerin und SPIEGEL-Redakteurin Annette Bruhns getroffen. Ein Gespräch über unmoralische Angebote, Karriereeltern und Kamelerennen.

UNIversum: Sind Sie Feministin?

Annette Bruhns: Klar. Allerdings ist Feministin nicht gleich Feministin. Es gibt da viele Definitionen. Für mich ist es jemand, der sich für die Gleichstellung von Mann und Frau einsetzt. Insofern bin ich genauso eine „Maskulinistin“. Manche Feministinnen gehen davon aus, dass Frauen das bessere Geschlecht seien – nein, das sind wir nicht. Gemeinsam sind wir stark.

UNIversum: „Gemeinsam sind wir stark“ würde dann auch bedeuten, dass Männer und Frauen in der Chefetage von einander profitieren. Aber wäre es denn wirklich ein Unterschied wenn Frauen mehr zu bestimmen hätten? Machen Frauen einen anderen Journalismus?

Bruhns: Ja, sie haben andere Zugänge. In aufgeheizten Situationen, also in Krisengebieten etwa, wie in der Ukraine, wo männliche Journalisten verdächtig wirken. Oder in arabischen Ländern. Da können Journalistinnen mit beiden Geschlechtern Kontakt aufnehmen. Das können die Männern nicht. Der Mann, der eine Saudierin interviewen darf, den zeigen Sie mir mal. Und es ist mir auch im Bundestag schon so ergangen, dass ich auf Politikerinnen zugegangen bin und die sich gefreut haben, zur Abwechslung mal mit einer Frau zu reden. Bei Angela Merkel ist heute nur jeder zehnte Interviewer eine Frau – weil zur mächtigsten Politikerin im Land die mächtigsten Journalisten gehen. Und das sind vorwiegend Männer.

UNIversum: Ihnen wurde einmal vorgehalten, dass Sie ProQuote nur ins Leben gerufen hätten, um auf eine Chefposition zu gelangen. Stimmt das?

Bruhns: Das war reine Polemik! Wir waren alle realistisch genug, um zu wissen, dass die meisten Medien keine Frauenquote einführen würden – und das haben sie ja auch nicht getan. Unser Druck wirkt eher psychologisch. Davon mal abgesehen macht mir das Blattmachen von „Spiegel Geschichte“- oder „Spiegel Wissen“-Heften tatsächlich viel Spaß. Es wäre unglaubwürdig, sich für Führungspositionen für Frauen zu engagieren, wenn man selber zu einer solchen Aufgabe keine Lust hätte.

UNIversum: Sie sind jetzt seit 20 Jahren Redakteurin beim Spiegel – haben schon einiges erreicht. Wie waren Sie zu Beginn ihrer Karriere?

Bruhns: Ich habe mich viel zu sehr angepasst, war nett und zurückhaltend. Das kam nicht so gut. Heute beobachte ich mit Bewunderung, wie meine junge Kollegin Özlem Gezer auftritt. In Redaktionskonferenzen sagt sie geradeheraus, was sie denkt: dabei sehr klug, sehr klar. Frauen sollten unbedingt üben, in solchen Runden das Wort zu ergreifen. Dabei hilft Humor. Wer die Lacher hinter sich hat, hat auch die Macher hinter sich.

UNIversum: Was würden Sie heute anders machen. Haben Sie einen Tipp für junge Journalistinnen?

Bruhns: Einfach man selbst sein. Und mehr noch: Fallen Sie ruhig auf ! Journalisten müssen sich heute selbst vermarkten: Twittern Sie, facebooken Sie – allerdings nicht über ihr Privatleben, sondern mischen Sie sich ein, lernen Sie, in der Öffentlichkeit des Netzes ihre Meinung zu sagen und zu behaupten. Zur Kleiderfrage kann ich dabei nicht viel sagen. Man sollte sich nicht bewusst aufreizend oder süß anziehen, aber auch nicht absichtlich männlich-neutral.

UNIversum: Sie betonen, dass man sich nicht aufreizend anziehen sollte – vielleicht weil die männlichen Kollegen das falsch auffassen? Haben Sie schon Erfahrungen mit Sexismus im Beruf machen müssen?

Bruhns: Ja, bei einer Redaktionsfeier. Alle Kollegen – überwiegend Männer – haben mit dem Chef angestoßen, ich natürlich auch. Das hat er aber wohl falsch verstanden und mich später gefragt, ob ich mit ihm aufs Zimmer will. Man sollte sich von so etwas nicht einschüchtern lassen wie ich damals. Ich habe dann bei Festen immer nur mit dem schwulen Kellner getanzt – für die Karriere nicht unbedingt förderlich.

UNIversum: Wann fängt für Sie Sexismus an?

Bruhns: Sexismus ist, wenn ein Machtgefälle besteht und ausgenutzt wird. Bisher nutzen naturgemäß überwiegend Männer diese Möglichkeit aus. Ich könnte mir aber vorstellen, dass, wenn auch Chefinnen vor diesem Machtmissbrauch nicht gefeit wären (Lacht). Wir haben halt nur so selten Chefinnen, die irgendwelche jüngeren Kollegen anbaggern könnten. Spaß beiseite: Es muss einfach klar sein, dass das nicht geht. Also wenn es die große Liebe ist – dagegegen ist kein Kraut gewachsen. Aber flirten darf man im Job nur auf derselben Hierarchieebene. Da können beide nämlich einen Korb geben, ohne dass es beruflich Konsequenzen hat.

 

UNIversum: Als ein Grund dafür, dass Frauen nicht in Chefpositionen sind, gilt Schwangerschaft und Kindererziehung. Kann man mit einem Kind Karriere machen?

Bruhns: Ein Kind ist beruflich ein Klotz am Bein. Das sollte man nicht klein reden. Das heißt aber nicht zwingend, dass es ein echter Hinderungsgrund ist – schließlich haben Kinder ja auch Väter. Wir haben ja mit Ursula von der Leyen eine siebenfache Mutter in der Regierung. Das sollte eigentlich überall möglich sein – auch in Redaktionen.

UNIversum: Sie sind alleinerziehende Mutter einer 15-jährigen Tochter. Ist das ein Hindernis für Ihre Karriere? 

Bruhns: Meine Tochter war viel allein. Aber mein Erziehungsziel war auch die Selbstständigkeit. Und das habe ich – hoffentlich – bei ihr erreicht. Ich will nicht behaupten, dass sie nicht gelitten hat. Aber ich muss mir nicht so viel Sorgen um sie machen – sie hat sozusagen gelernt, sich selbst zu erziehen. In ihre Hausaufgaben habe ich mich nie eingemischt.

 

UNIversum: Wie findet ihre Tochter ProQuote?

Bruhns: Erst fand sie, dass ich zu viel Zeit dafür investiert habe. Aber dann hat sie gemerkt, dass manches wirklich ungerecht ist. Zum Beispiel, dass ihr Vater genau soviel arbeitet und sich viel weniger um sie kümmert als ich, die eben voll Mutter ist – und voll berufstätig . Das ist ihr sehr früh aufgefallen.

UNIversum: Was hat das Muttersein für ihren Berufsalltag bedeutet?

Bruhns: Gute Organisation. Gute Nerven. Ich glaube auch, dass Mütter und Väter viel Lebenserfahrung in die Redaktion mitbringen. Sie haben einfach viel mehr Alltagserfahrungen – Arztbesuche, Elternabende, Sportevents mit dem Nachwuchs. All das fließt in ihre Wahrnehmung der Gesellschaft natürlich ein.

 

UNIversum: Was haben Sie bei ProQuote für sich persönlich gelernt?

Bruhns:Ich habe gelernt, dass man Dinge verändern kann. Wir sind erfolgreich – gucken Sie sich das Kamelerennen an. Es ist wirklich was passiert in den Redaktionen – und das ist ein beglückendes Gefühl. Meine allerwichtigste Erfahrung war, dass es etwas bringt, sich zu organisieren, wenn man Missstände verändern will.

UNIversum: Frau Bruhns, vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führten Isabel Glavasevic und Jennifer Meina

Fotos: Jonas Menke

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04 Mai

Zum Studieren ist man nie zu alt!

10 Uhr morgens: Der Hörsaal ist gefüllt mit jungen Studenten, die sich, noch müde von der letzten Nacht, einen Sitzplatz suchen.

Man lernt nie aus

Man lernt nie aus

Man schaut sich um, trifft Kommilitonen, winkt. Aber Moment mal, sind die dort drüben nicht ein wenig zu alt zum Studieren? Was gerade Studienanfänger auf den ersten Blick verwundern mag, ist inzwischen ein alltägliches Phänomen auf deutschen Campussen: Deutschlandweit gibt es rund 20.000 Seniorenstudenten. Zum Lernen ist man nie zu alt. Ein Bericht von Helen Goldhahn.

Ein Seniorenstudium bietet über 50-Jährigen die Möglichkeit sich ohne Druck und Prüfungsstress weiterzubilden. Besonders gefragt sind Studienfächer wie Geschichte, Germanistik, Theologie und Philosophie, aber auch die Naturwissenschaften sind nicht minder anziehend. Das Studium ist hierbei nicht an zuvor erlangte Bildungsabschlüsse gebunden und hat auch nicht den Erwerb eines Bachelor- oder Masterabschlusses zum Ziel, sondern dient der persönlichen Weiterbildung basierend auf den eigenen Interessen. Da es kein einheitliches Modell des Seniorenstudiums in Deutschland gibt, wird es häufig im Rahmen eines sogenannten Gasthörerstudiums angeboten.

Fast jede deutsche Universität bietet die Möglichkeit als Gasthörer – ob jung oder alt – Veranstaltungen zu besuchen. Nicht nur Vorlesungen können belegt werden, sondern zum Teil auch Seminare. Betreffende Veranstaltungen werden meistens im Vorlesungsverzeichnis der jeweiligen Hochschule aufgelistet. Je nach Universität und Anzahl der Veranstaltungen fallen Gebühren zwischen circa 50 und 250 Euro pro Semester an.
Rund 40.000 Interessierte nutzen ein solches Gasthörerstudium, jeder Zweite von ihnen gehört der „60plus-Generation“ an.

In Hessen bieten die Universitäten in Marburg, Kassel, Frankfurt, Darmstadt und in Gießen ein Gasthörerstudium an: Das Veranstaltungsangebot der Justus-Liebig-Universität führt vor allem einführende Veranstaltungen, die nur ein geringes Vorverständnis verlangen, im Programm. Dieses finden die Gasthörer in einem zusätzlichen Vorlesungsverzeichnis auf der Website der JLU.

Das Interesse der Senioren an einem Studium hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Diesen Trend greift auch der Akademische Verein der Senioren in Deutschland (AVSD) auf, indem er Unterstützung und Hilfestellung vor und während des Studiums anbietet. Unter anderem ist der AVSD Herausgeber eines Studienführers für Seniorenstudenten und Gasthörer, aber auch ein Forum zum Austauschen von Informationen und Erfahrungen.

Die Seniorenstudenten Annelise und Gerhard sind schon seit einigen Jahren Gasthörer an der JLU und belegen gemeinsam das ständig wechselnde Programm der Veranstaltungen, um ihren Wissensdurst zu stillen. Für sie ist es wichtig im Alter nicht alleine zu sein und auch geistig fit zu bleiben. Doch im Mittelpunkt steht für Annelise und Gerhard einzig und allein das Interesse am Thema: „Wir verfolgen kein höheres Ziel, außer Spaß haben!“, betont Annelise.

Mit ihrer Ansicht sind sie nicht alleine. Senioren, die als Gasthörer an der Universität Trier studieren, sind begeistert über das vielfältige Angebot und finden es toll, auch in ihren „alten Jahren“ noch viel Neues (kennen) zu lernen.Warum stricken, wenn es doch die Möglichkeit gibt endlich einmal das zu lernen, was man schon immer einmal wissen wollte. Auch im Alter kann und sollte man sein Wissen – und damit die Art und Weise zu denken – weiterentwickeln, erklärt der Seniorstudent Karl aus Trier: „Ich bin viel kritischer geworden, aber das ist gut.“ Gertrud  teilt die Ansicht ihres Kommilitonen und meint: „Meine 8-jährige Enkelin ist stolz auf mich, weil ihre Oma genauso wie sie noch fleißig am Lernen ist.“ Später möchte Gertrud ihr neu angeeignetes Wissen nicht nur für sich behalten, sondern es mit anderen teilen.

11:45. Die erste Veranstaltung für heute ist geschafft. Flink packen die Studenten ihre Unterlagen zusammen und verlassen den Hörsaal. Etwas langsamer verstauen auch Annelise und Gerhard Papier und Stifte in ihren Taschen. Ich grinse, winke und eile dem Strom der jungen Studenten hinterher. Vielleicht sitzen wir in 50 Jahren auch wieder in der Universität…zum Lernen ist man schließlich nie zu alt!

 

Foto:Bundesarchiv, Bild 183-1986-0109-010 / Grubitzsch (geb. Raphael), Waltraud / CC-BY-SA

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03 Mai

Jusos weiterhin federführend im AstA – Neuer rot-grüner AstA an der JLU bestätigt

Das 55. Studierendenparlament der JLU hat seit Freitag ihre Arbeit aufgenommen, womit auch die Wahlen zum AstA (Allgemeiner Studierendenausschuss) durchgeführt  werden konnten.

Der neue ASTA ist seit Freitag gewählt

Der neue ASTA ist seit Freitag gewählt

Gebildet wird der AstA durch die Jusos, die mit 12 Sitzen erneut die stärkste Fraktion im Studienparlament stellen, sowie der Grünen Liste ,,die grünen Köpfe – Uni Grün‘‘ (7 Sitze). Diese waren zu den letzten Uni-Wahlen mit einer gemeinsamen Liste angetreten.

,,Wir haben viel vor im nächsten Jahr. Zentrales Motivationsmoment ist natürlich weiterhin die Verbesserung der Studienbedingungen‘‘, so Johannes Deinzer, Juso-Listensprecher, der am Freitagabend auch in seiner neuen Position als Asta-Sprecher bestätigt wurde. Er tritt damit die Nachfolge des langjährigen Sprechers Felix Döring an. Mit der Aufgabe seines Amtes verabschiedete sich Döring nun aus der Hochschulpolitik, um sich ganz seiner neuen Tätigkeit als Stadtverordneter der Stadt Gießen zu widmen. Zusätzlich zur Sprecherstelle, wurde nun erstmals eine Stellvertreterstelle beschlossen. Katarzyna Bandurka, ebenfalls Juso-Listensprecherin, wird Deinzer in der kommenden Legislatur zur Seite stehen. Der bisherige Präsident des Studienparlaments, Jacob Koch, trat zwar zur Wahl an, diesmal aber als Referent für Wohnen und Soziales. Die Stelle des  Präsidenten hat nun Jan-Moritz Blöcher (Jusos) inne. Vervollständigt wird das Präsidium durch Christina Josef (Jusos) und Dominic Büttner (Grüne).

Neben der Wahl der neuen rot-grünen Referenten konnte sich auch ein listenfremder Referent über die Wiederwahl freuen. Steffen Bruckbauer (,,Bitte Beachten!‘‘) wurde aufgrund seiner guten Arbeit in der letzten Legislatur erneut von der neuen Koalition für das Amt des Verkehrsreferenten nominiert.

Auf der Agenda der neuen Koalition steht neben der Fortführung begonnener Projekte wie dem Solifonds auch die Auseinandersetzung mit der aktuellen politischen Lage. ,,Die wirksame Integration von Flüchtlingen, der konsequente Kampf gegen jede Form von Diskriminierung und der Einsatz für ein durch und durch gerechtes Bildungssystem sind uns eine Herzensangelegenheit‘‘, berichtet Deinzer. Mit dem letzten Punkt ist auch der immer noch andauernde Kampf gegen die häufig kritisierte Anwesenheitspflicht gemeint. Damit einhergehen sollen auch Vereinfachungen und Vereinheitlichungen der Studienordnung. Die Koalition will sich außerdem für eine sogenannte ,,study week‘‘ einsetzen. Dies würde bedeuteten, dass eine Woche vor Beginn der Prüfungsphase keine für das Bestehen der Klausur notwendigen Veranstaltungen mehr stattfinden dürfen. Den Studierenden würde so eine Woche frei zur Klausurvorbereitung zur Verfügung stehen.

Mit der schnellen Koalitionsbildung und der bereits erfolgten Wahl der Referent kann der neue AstA schon zu Beginn des Sommersemesters die Arbeit aufnehmen.

Ein Bericht von Julia Carolin Hinze

Foto: Asta Homepage

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